Suchen

Wasseraufbereitung

Warum die Aufbereitung von Wasser für Industrie und Gewerbe Maßarbeit ist

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Kreislaufführung, Recycling, Zero Liquid Discharge

In Deutschland wird rund ein Drittel des von der Industrie in der Warenproduktion eingesetzten Wassers mehrfach verwendet. Zwei Drittel allerdings werden gerade so weit aufbereitet, dass es in die Kanalisation oder direkt in Flüsse eingeleitet werden darf. Vision des Unternehmens H2O ist es, das Einleiten von Industrieabwässern gänzlich zu beenden. Mit ihrer Vacudest-Technologie sind die Spezialisten in der Lage, für viele Produktionsbereiche bereits eine komplette Kreislaufführung zu erzielen.

Bildergalerie

Das Verfahren beruht im Wesentlichen auf dem Prinzip der Destillation – der physikalischen Trennung von Stoffen mittels Siedepunktunterschieden. Beim Verdampfungsprozess bleiben z.B. Salze, Öle und Schwermetalle im Destillationsrückstand zurück und bilden einen flüssigen Restanteil zwischen ein und fünf Prozent der Ausgangsmenge. Dieser kleine Rest wird separat entsorgt. Das Wasser aber, bis zu 98 Prozent des ursprünglichen Abwassers, kann wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden.

Total Water Management

Auch Veolia Water Technologies ist der Auffassung, dass Wasser zu wertvoll sei, um es nur einmal zu verwenden. Diese Erkenntnis sorge dafür, dass in vielen Industriezweigen zunehmend auf Verfahren zum Wasser-Recycling gesetzt werde. Durch das Recycling besteht die Möglichkeit, Abwässer aufzubereiten und als Prozesswasser wiederzuverwenden. Meist spare eine Re-Use-Anlage doppelt: auf der Frischwasser- wie auf der Abwasserseite.

Ein Beispiel für Re-Use in der Chemieindustrie ist der Du Pont-Standort Hamm-Uentrop. Ziel war es, die in den Vorfluter eingeleitete Abwassermenge durch Abwasserrecycling um mehr als 80 Prozent zu reduzieren und die bezogene Trinkwassermenge entsprechend zu senken. Das Lösungs-konzept sah vor, durch die Kombination dreier Aufbereitungsverfahren und Behandlungsstufen eine Wiederverwendung der anfallenden Abwässer zu ermöglichen. Miteinander kombiniert wurden das AAA-Bioaktiv-Verfahren (Alternating Aerobic-Anoxic Activated Sludge Process), ein Ultrafiltrations-Membransystem sowie Umkehrosmose.

Das Zusammenwirken dieser Verfahren erlaubte die Einbindung des neuen Recycling-Kreislaufs in die fünf bestehenden konventionellen Versorgungssysteme. Die Auswertungen zeigten, dass die Anlage die Zielwerte hinsichtlich Betrieb und Ablaufqualität erreicht bzw. deutlich unterschreitet (Einsparung der Betriebskosten: jährlich etwa 400 000 Euro).

Konzept für die abwasserfreie Produktion

Wasser mehrfach zu nutzen oder es aufzubereiten, ist für manche Anbieter nicht konsequent genug: Hager + Elsässer (H+E) beispielsweise hat zusammen mit seiner Schwesterfirma Membran Filtrations Technik (MFT) ein Zero Liquid Discharge (ZLD)-Verfahren entwickelt, bei dem durch Filtrations- und Trenntechniken einschließlich dreier Umkehrosmose-Stufen die abschließende Verdampfung der zurückbleibenden Abfallstoffe auf ein Minimum reduziert werden kann.

Kernstück der Anlage ist eine Hochdruck-Umkehrosmose-Stufe. Dabei kommt nach einem Vorbehandlungsprozess – je nach Anwender chemisch-physikalisch oder biologisch – und einer Ultrafiltrationsstufe, die die restlichen organischen Stoffe herausfiltert, eine mehrstufige Membrantechnologie zum Einsatz, um die nicht-organischen Abfallstoffe stärker zu konzentrieren.

Nach den ersten zwei Umkehrosmose-Stufen, bei denen Drücke bis zu 80 bar eingesetzt werden, bleibt ein Konzentrat von rund 20 Prozent der gesamten Abwassermenge übrig, das in eine weitere Umkehrosmose-Stufe überführt wird. Bei dieser dritten Umkehrosmose handelt es sich um ein Hochdruckverfahren bei Drücken bis 200 bar. Dabei kommt ein von MFT entwickeltes spezielles Modul zum Einsatz, das als Circular Disc Module (CD-Module) bezeichnet wird. Anders als andere Module, die meanderförmig durchströmt werden, durchfließt das Wasser das CD-Module kreisförmig, wodurch der Druckverlust geringer ist.

(ID:44473701)

Über den Autor