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Integration Openplant/Comos Wann kommt die bidirektionale Schnittstelle?

| Autor / Redakteur: Das Interview führte Anke Geipel-Kern* / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Wie weit ist die Schnittstelle, welche die angestrebte Integration zwischen Openplant und Comos perfekt macht - die Arbeit ist seit einem Jahr in vollem Gang. Zeit nach Ergebnissen zu fragen – dachten wir uns und nutzten die diesjährige Hannover Messe, um Anne-Marie Walters, Global Marketing Director bei Bentley Industrial Process & Operations, auf den Zahn zu fühlen.

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„Wir sind die einzigen Anbieter, die in einer echten Partnerschaft zusammenarbeiten, um die gestellten Anforderungen zu erfüllen“ so Anne-Marie Walters, Global Marketing Director bei Bentley Industrial Process & Operations.
„Wir sind die einzigen Anbieter, die in einer echten Partnerschaft zusammenarbeiten, um die gestellten Anforderungen zu erfüllen“ so Anne-Marie Walters, Global Marketing Director bei Bentley Industrial Process & Operations.
(Bild: Bentley)

Der Zeitpunkt zur Hannover Messe 2013 war gut gewählt: Damals gaben Siemens Industry Automation und Bentley Systems ihre strategische Zusammenarbeit für die Prozessindustrie bekannt. Das damals propagierte Ziel: Die Interoperabilität zwischen der Engineering-Softwarelösung Comos von Siemens und Openplant von Bentley ausbauen.

Daten und Informationen sollen künftig über den gesamten Anlagenlebenszyklus vom Engineering bis zum Anlagenbetrieb gewerkeübergreifend erfasst, ausgetauscht und weiter verwendet werden können. In der Zwischenzeit ist ein Jahr vergangen, aber konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor. Anne-Marie Walters sieht den Stand des Projektes naturgemäß positiver als im Gespräch deutlich wird.

Für das Pilotprojekt gibt es einen Partner, der der Redaktion bekannt ist, aber vorläufig unter Verschluss gehalten wird. Im Herbst zur Namur-Tagung verspricht sie, könne man eventuell mehr sagen. Bei Bentley ist die Gesprächspartnerin für die Positionierung des Unternehmens in der weltweiten Prozessanlagenindustrie und die Positionierung von Bentey-Produkten für die Verwaltung von Lebenszyklusdaten einer Anlage verantwortlich.

Openplant ist eine 2D/3D Engineering-Software Comos hingegen eine integrierte datenbankbasierte Engineeringsoftware. Wie passen diese beiden Werkzeuge zusammen?

Walters: Wir sehen Openplant als eines der „kommenden Vorbildsysteme“ von Bentley, da es den Projektteams die Möglichkeit gibt, Bentleys Vorsprung in BIM zu nutzen durch tiefergehende Informationsmodellierung als Voraussetzung für Optioneering und damit letztendlich für leistungsstärkere Anlagen. Darüber hinaus ermöglicht Openplant breiter aufgestellte Informationsmobilität, für verstärkte Zusammenarbeit vom Entwurf bis hin zum Bau – für leistungsstärkere Projekte. In kürzlichen Industriegesprächen erklärte Monica Schnitger, Gründerin, Präsidentin und leitende Analystin bei Schnitger Corporation absolut zutreffend, dass Comos von Siemens häufig zusammen mit 3D-Lösungen für die Anlagenmodellierung eingesetzt wird, um Entwurfsdaten zu verwalten und P&IDs, Elektrotechnik, Instrumentierung, Steuersysteme und andere Daten in einem einzigen konsistenten Hub miteinander zu verknüpfen.

„Auf diese Weise“, sagt sie, „können die Entwurfsplaner und Betriebsmitarbeiter in jeder Phase des Anlagenlebenszyklus auf geeignete Daten zugreifen. Durch die Integration von Comos in das Prozessleitsystem Simatic PCS 7 bietet Siemens einen kompletten, den Prozess, die Instrumentierung und das Steuersystem umfassenden Arbeitsablauf, vom Systementwurf bis hin zur Automatisierung, zum Betrieb und zur Instandhaltung.“ Ihre Analyse, wie die beiden Angebote zusammenarbeiten, bringt die Dinge auf den Punkt. „Das Ineinandergreifen von Openplant und Comos ermöglicht Anlagenplanern und Anlagenbetreibern die Validierung von Comos P&IDs, elektrischen Schaltplänen und weiteren Daten mit Bezug auf das 3D-Modell in Openplant sowie die Übertragung von Kennzeichnungen aus dem 3D-Modell zurück in die Comos-Lösung.

„Das ist echte Interoperabilität“, erklärte Schnitger. „Über I-Models besteht die Möglichkeit, bereits vorhandene Modelle sowie Modelle aus Drittsystemen in die Entwurfsabläufe zu integrieren. So bleibt der Wert vorhandener Anlagendaten erhalten und es erleichtert die Erstellung neuer Entwürfe. Das ermöglicht Comos-Nutzern in späteren Projektphasen die Offline-Bearbeitung von P&IDs und anderen Schaltbildern.“

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