Mikrobiologisch induzierte Korrosion Wärmeübertrager vor mikrobiologisch induzierter Korrosion schützen

Autor / Redakteur: Ralf Kreibohm / Wolfgang Ernhofer

Wenn nicht der Zahn der Zeit an Platten von Wärmeübertragern nagt, sondern Algen, Pilze und Bakterien, gibt es mehrere Möglichkeiten das Problem anzugehen. Im Fachartikel finden Sie Ursachen und Lösungsansätze um mikrobiologisch induzierte Korrosion an Plattenwärmeübertragern effektiv zu bekämpfen.

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Mikrobiologisch induzierte Korrosion an Plattenwärmeübertragern ist ein großes Problem. Richtige Instandhaltungsmaßnahmen können dem Zerfall durch gefräßige Mikroorganismen vorbeugen.
Mikrobiologisch induzierte Korrosion an Plattenwärmeübertragern ist ein großes Problem. Richtige Instandhaltungsmaßnahmen können dem Zerfall durch gefräßige Mikroorganismen vorbeugen.
(Bild: AKK)

Industrieanlagen sind häufig in der Nähe von Binnengewässern angesiedelt, um Wasser als günstiges Kühlmedium zum Kühlen der Anlagen zu nutzen. Allerdings kann man in den letzten Jahren z.B. am Rhein beobachten, dass ein bakterielles Problem den technischen Anlagen und so auch den Wärmeübertragern zusetzt.

Plattenwärmeübertrager z.B. sind ein wichtiger Bestandteil der thermischen Verfahrenstechnik und werden in der Chemieindustrie beim Erhitzen, Kühlen und Eindampfen von Säuren und Laugen sowie als Prozesswasserkühler eingesetzt. Die Säuberung des Rheins in den vergangenen Jahrzehnten führte nicht nur zu einer Zunahme an Bademöglichkeiten, sondern auch zur Umrüstung der genannten Anlagen auf andere Werkstoffe. Zuvor hatte man oft Titan als Plattenwerkstoff der Wärmeüberträger verwendet, da es neben seines geringen Gewichts auch widerstandsfähig gegenüber dem chloridhaltigen Flusswassers ist. Aufgrund der gestiegenen Wasserqualität bot sich die Möglichkeit, kostengünstigeren (Edel-)Stahl für die Anlagentechnik zu verwenden.

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Wenn aber Flusswasser und Edelstahl aufeinandertreffen ergibt sich die Problematik der ‚Mikrobiologisch Induzierten Korrosion‘ (MIC): MIC bezeichnet die Korrosion durch Algen, Pilze und Bakterien und wird häufig als Schaden im Wassersystem deutlich.

Auslöser von Korrosion

An Stellen mit angegriffener Passivschicht wie Schweißnähten haben Mikroorganismen die Möglichkeit, sich an der metallischen Werkstoffoberfläche festzusetzen. Besondere Begünstigung erfahren die Organismen dabei durch geringe Fließgeschwindigkeiten, z.B. an Strömungstotpunkten wie Dichtungen, und bei Wassertemperaturen um 40 bis 65 °C.

Da die Hersteller von Plattenwärmeübertrager ihre Produktion weitestgehend auf Clip-(kleberlose) Dichtungen umgestellt ha-ben, bekommen die Mikroorganismen eine Möglichkeit, sich unter den Dichtungen festzusetzen und dort regelrechte „Nester“ zu bilden. Bei geklebten Dichtungen besteht die Möglichkeit nicht, da die Spalte an der Dichtungsnut durch Klebstoff ausgefüllt wurden.

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