Mikrobiologisch induzierte Korrosion

Wärmeübertrager vor mikrobiologisch induzierter Korrosion schützen

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Diese „Nester“ entstehen dadurch, dass die Mikroorganismen beginnen, extrazelluläre polymere Substanzen (Stoffwechselprodukte) auszuscheiden, sobald sie sich angesiedelt haben. Als Folge entsteht ein bakterieller Film und schließlich ein stabiler, gelartiger, makroskopischer Bewuchs. Der Bewuchs hat zur Folge, dass die Mikroorganismen gegen ihre „Außenwelt“ abgeschirmt werden, sodass bei ausgeprägtem Befall der Anlagen ein Durchspülen der Leitungen mit einem entsprechenden Mittel tiefer liegende Organismenschichten nicht mehr entgegenwirkt. Des Weiteren macht die Foulingschicht ein Zusammenleben und -wirken von sauerstoffliebenden sowie sauerstofffreien Bakterien möglich.

Diese beiden genannten Arten von Bakterien arbeiten bei der Korrosion von Metallen maßgeblich zusammen: In den Stoffwechselprodukten der sauerstoffliebenden Bakterien befinden sich vornehmlich Eisenoxidierer, die besonders die Passivschicht der metallischen Werkstoffe angreifen und den Sulfatreduzierern in den Stoffwechselprodukten der sauerstofffreien Bakterien den Weg bereiten. Diese wirken daraufhin auf die Plattenwerkstoffe ein und verursachen die verschiedenen Arten von Korrosionen.

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Zu beobachten ist dabei, dass die Arten von auftretenden Korrosionsschäden keine neuen sind, sondern bei dieser Art des Befalls lediglich ein großes Inventar von Korrosionsarten wie z.B. Flächenkorrosion, Lochkorrosion etc. auftreten kann. Andererseits können Organismen durch ihre bloße Anwesenheit Funktionseinbußen herbeiführen: Neben der Einschränkung von Wärmeübertragung und Minderung der Fließgeschwindigkeit des Wassers in der Anlage bis hin zur Verstopfung, können sich Beläge bilden, die zu Korrosion führen.

Verminderung von MIC-Befall an Plattenwärmeübertragern

Aufgrund der Zunahme organischer Stoffe in Grund- und Binnengewässern (z.B. durch mikrobiologische Reinigungsverfahren in Kläranlagen) können Anlagenbetreiber sich nicht auf das Abnehmen der Populationen von Mikroorganismen verlassen, sodass andere Methoden ergriffen werden müssen, um den Verschleiß an den Anlagenteilen, der sich jährlich in Milliardenhöhe bewegt, zu minimieren. Dazu eignen sich folgende Methoden: Hinzufügen eines geeigneten Biozids zum Wasser, das zwar Mikroorganismen abtötet, allerdings nicht korrodierend auf das Material der Anlagen wirkt und die Binnengewässer belastet, oder die Erhöhung der Temperatur, um Lebensräume von Bakterien zu vernichten.

Als wirkungsvollste aber auch teuerste Variante bietet sich eine Materialumstellung an. Diese kann einerseits durch eine hochwertigere/edlere Werkstoffoberfläche, die z.B. aus Titan oder einen höherwertigen Edelstahl z.B. 1.4547 oder 1.4539 besteht, umgestellt werden, wobei beides nicht zwangsläufig von Erfolg gekrönt sein muss. Titan wird durch die Stoffwechselprodukte der Organismen nicht zerstört, diese können sich aber leichter daran festsetzen. Somit wird der Pilz-, Flechten- und Bakterienbewuchs erleichtert, weshalb Anlagen aus Titan oftmaliger mechanischer Säuberung bedürfen, da sie ansonsten Verstopfen können.

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