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Moderates Wachstum Währungseffekte belasten Ergebnis von Merck

| Redakteur: Alexander Stark

Merck hat das Geschäftsjahr 2018 nach eigenen Angaben gut gemeistert. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr. Demgegenüber ging das Ebitda pre deutlich zurück. Dabei seien die Ergebnisse stark durch Währungseffekte belastet gewesen, lagen organisch jedoch nur leicht unter dem Vorjahr. Die Dividende will der Konzern stabil halten.

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Merck hat seinen Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2018 um 2,2 % auf 14,8 Milliarden Euro gesteigert.
Merck hat seinen Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2018 um 2,2 % auf 14,8 Milliarden Euro gesteigert.
(Bild: Merck)

Darmstadt – Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck, erklärte, dass 2018 für Merck ein Jahr des Übergangs und der Investitionen gewesen sei. Das Unternehmen habe in einem dynamischen Marktumfeld ein solides Ergebnis erzielt und seine selbst gesteckten finanziellen Ziele erreicht. Zugleich wurde die strategische Neuausrichtung auf innovationsgetriebene Geschäfte weiter vorangetrieben. Durch den Verkauf von Consumer Health die die Verschuldung deutlich gesenkt worden. Für 2019 soll der Konzern bei den wichtigsten Kennzahlen, also bei Umsatz, Ebitda pre und EPS pre, wieder nachhaltig wachsen.

Merck hat seinen Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2018 um 2,2 % auf 14,8 Milliarden Euro gesteigert (2017: 14,5 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) sank dagegen stark um –28,7 % auf 1,7 Milliarden Euro (2017: 2,4 Milliarden Euro); im Vorjahr hatte sich unter anderem der Gewinn aus der Veräußerung der Biosimilars-Geschäftsaktivitäten positiv ausgewirkt. Das Konzernergebnis stieg insbesondere aufgrund des Gewinns aus dem Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts um 29,5 % auf 3,4 Milliarden Euro (2017: 2,6 Milliarden Euro). Die Ziele für das Jahr 2018 seien hinsichtlich Umsatz, Ebitda und EPS pre erreicht worden.

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Durch die Veräußerungserlöse aus dem Verkauf von Consumer Health hat das Unternehmen, trotz seiner weiterhin starken Investitionstätigkeit, seine Nettofinanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2018 um –3,4 Milliarden Euro (auf 6,7 Milliarden Euro reduziert (2017: 10,1 Milliarden Euro). Zum Jahresende betrugen die Nettofinanzverbindlichkeiten des Unternehmens somit das 1,8-fache des Ebita pre; damit hat Merck sein selbst gestecktes Ziel eines Verschuldungsgrades von unter 2 bis Ende 2018 erreicht.

Healthcare: Bavencio und Mavenclad tragen erheblich zum Wachstum bei

Der Unternehmensbereich Healthcare hat 2018 ein organisches Umsatzwachstum von 5,2 % erzielt. Negative Währungseffekte wirkten sich mit –4,3 % auf den Umsatz aus, der im Jahr 2018 um 0,9 % wuchs und bei 6,2 Milliarden Euro lag (2017: 6,2 Milliarden Euro).

Die beiden neuen Medikamente Mavenclad und Bavencio trugen 2018 signifikant zum organischen Wachstum bei. Die Umsätze mit dem immunonkologischen Medikament Bavencio stiegen 2018 auf 69 Millionen Euro (2017: 21 Millionen Euro). Mit Mavenclad zur oralen Kurzzeitbehandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) mit hoher Krankheitsaktivität erzielte Merck 2018 Umsätze von 90 Millionen Euro (2017: 5 Millionen Euro). Das Produkt wurde im August 2017 in Europa zugelassen; derzeit prüft zudem die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA einen Antrag auf Marktzulassung für Cladribin-Tabletten als potenzielle Behandlung für Patienten mit schubförmiger MS. Eine Entscheidung wird im 1. Halbjahr 2019 erwartet.

Life Science wächst weiter schneller als der Markt

Der Unternehmensbereich Life Science wuchs 2018 beim Umsatz organisch um 8,8 %. Unter Berücksichtigung negativer Währungseffekte in Höhe von –3,6 % stiegen die Umsatzerlöse insgesamt um 5,2 % auf 6,2 Milliarden Euro (2017: 5,9 Milliarden Euro). Wie im Vorjahr trugen alle drei Geschäftseinheiten des Unternehmensbereichs positiv zum organischen Wachstum von Life Science bei. Die Synergieziele aus der Akquisition von Sigma-Aldrich in Höhe von jährlich 280 Millionen Euro erreichte Life Science planmäßig mit Abschluss des Jahres 2018, gab der Konzern bekannt.

Die Geschäftseinheit Process Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Arzneimittelherstellung anbietet, wuchs im Geschäftsjahr 2018 organisch um 14,8 %. Leicht gebremst durch negative Währungseffekte in Höhe von –3,5 %, erzielte Process Solutions Umsatzerlöse von 2,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,2 Milliarden Euro). Die Geschäftseinheit Research Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für pharmazeutische, biotechnologische und akademische Forschungseinrichtungen anbietet, erzielte ein moderates organisches Umsatzwachstum von 4,1 %, das durch negative Währungseffekte von –3,6 % nahezu kompensiert worden sei. Die Umsatzerlöse von Research Solutions beliefen sich auf 2,0 Milliarden Euro (2017: 2,0 Milliarden Euro). Die Geschäftseinheit Applied Solutions erreichte 2018 mit ihrem breiten Angebot an Produkten für Forscher sowie wissenschaftliche und gewerbliche Labore ein starkes organisches Umsatzwachstum von 6,3 %, bei negativen Währungseffekten von –3,8 %. Die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit lagen bei 1,6 Milliarden Euro (2017: 1,6 Milliarden Euro).

Merck erwartet für 2019 Wachstum von Umsatz und Ebitda pre

Für den Konzern erwartet Merck im Jahr 2019 ein moderates organisches Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund der Währungsentwicklung in mehreren Wachstumsmärkten sollte sich zudem ein leicht negativer Währungseffekt in Höhe von –1 % bis –2 % im Vergleich zum Vorjahr ergeben. Für das Ebitda pre rechnet das Unternehmen für 2019 mit einem starken organischen Anstieg im niedrigen prozentualen Zehnerbereich im Vergleich zum Vorjahr. Die erwartete Währungsentwicklung dürfte das Ebitda pre voraussichtlich mit –3 % bis –4 % gegenüber dem Vorjahr belasten.

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