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Corona macht sich spürbar Wacker steigert Ergebnis, gibt aber keine Prognose für 2020

Redakteur: MA Alexander Stark

Im ersten Quartal 2020 konnte Wacker Chemie sein Ebitda sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im Vergleich zum Vorquartal deutlich steigern. Aufgrund der Corona-Krise wollte der Chemiekonzern für das Jahr 2020 allerdings keine Prognose abgeben.

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Wacker konnte im 1. Quartal 2020 das Ergebnis deutlich steigern und gibt auf Grund der Corona-Pandemie keine Jahresprognose.
Wacker konnte im 1. Quartal 2020 das Ergebnis deutlich steigern und gibt auf Grund der Corona-Pandemie keine Jahresprognose.
(Bild: Achim Zeller / Wacker Chemie)

München – Wie andere Chemie-Konzerne, sieht sich Wacker aufgrund der Corona-Pandemie nicht in der Lage, eine Prognose für das Jahr 2020 abzugeben. Im ersten Quartal erwirtschaftete der Münchner Chemiekonzern Umsatzerlöse in Höhe von 1.197,5 Millionen Euro (Q1 2019: 1.235,7 Mio. €). Das sind 3 % weniger als im Vorjahr. Ausschlaggebend für diesen leichten Rückgang waren niedrigere Preise für Solarsilicium und Standardsilicone sowie insgesamt etwas geringere Absatzmengen. Währungsveränderungen haben die Umsatzentwicklung im Jahresvergleich aber positiv beeinflusst. Gegenüber dem Vorquartal (1.155,5 Millionen Euro) ist der Umsatz dagegen vor allem mengen- und preisbedingt um 4 % gewachsen.

Das Chemieunternehmen konnte im ersten Quartal 2020 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 174,1 Millionen Euro erwirtschaften. Das sind 23 % mehr als im Vorjahr (142,0 Millionen Euro). Verantwortlich für diesen kräftigen Anstieg sind unter anderem eine höhere Auslastung der Produktionsanlagen und Maßnahmen zur Kostenreduzierung. Im Vergleich zum Vorquartal (157,8 Millionen Euro) ist das Ebitda um 10 % gewachsen. Für die drei Monate Januar bis März 2020 ergibt sich eine Ebitda-Marge von 14,5 % (Vorjahr 11,5 %). Im Vorquartal hatte sie 13,7 % betragen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hat ebenfalls deutlich zugelegt. Es summiert sich im Berichtsquartal auf 69,8 Millionen Euro (Q1 2019: 0,1 Millionen Euro). Das entspricht einer Ebit-Marge von 5,8 % (Q1 2019: 0,0 %). Neben den bereits genannten Faktoren haben auch die im Jahresvergleich niedrigeren Abschreibungen das Ebit positiv beeinflusst. Sie sanken um 27 % auf 104,3 Millionen Euro (Q1 2019: 141,9 Millionen Euro). Hier wirkt sich unter anderem die Sonderabschreibung von 760 Millionen Euro auf die Polysiliciumanlagen aus, die Wacker zum 31. Dezember 2019 vorgenommen hatte. Die laufenden Abschreibungen sind dadurch zurückgegangen. Das Periodenergebnis des Berichtsquartals summiert sich auf 68,9 Millionen Euro (Q1 2019: -5,5 Millionen Euro) und das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf 1,31 Euro (Q1 2019: -0,16 Euro).

Bereits Mitte März hatte das Unternehmen bei der Vorlage seines Geschäftsberichts für das Jahr 2019 darauf hingewiesen, dass seine damalige Prognose für das laufende Jahr wegen der möglichen Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft unter Vorbehalt steht. Die Risiken, die sich daraus für die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens ergeben, konkretisieren sich nun zunehmend. Gegenwärtig sei nicht verlässlich abzusehen, wie lange und wie stark die weltweit getroffenen staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen das Geschäft des Unternehmens beeinträchtigen werden. Das Unternehmen sieht sich daher zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, mit der gewohnten Zuverlässigkeit einen Ausblick auf die weitere Geschäftsentwicklung zu geben und verzichtet aus diesem Grund bis auf Weiteres auf eine entsprechende Prognose.

Die wegen der Coronakrise niedrigeren Absatzmengen im Solargeschäft sowie geringere Preise für Standardsilicone und Polysilicium haben die Umsatz- und Ergebnisentwicklung gebremst. Mit Blick auf die nächsten Monate geht Konzernchef Rudolf Staudigl davon aus, dass das Unternehmen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sehr viel deutlicher spüren wird. Der Konzern steuert deshalb mit Kurzarbeit gegen. In mehreren produktionsnahen und administrativen Einheiten an den deutschen Standorten wurde die Einführung von Kurzarbeit zum 1. Mai bereits beschlossen, ebenso in den Polysiliciumproduktion. In den anderen Geschäftsbereichen sollen bei einer rückläufigen Auftragslage, wenn nötig, ebenfalls kurzfristig Maßnahmen zur Kurzarbeit umgesetzt werden. Das Investitionsbudget für das laufende Jahr wurde deutlich gekürzt.

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