Ausbau des Biopharma-Geschäfts Wacker kauft Plasmid-DNA-Hersteller Genopis

Redakteur: MA Alexander Stark

Der Münchner Chemiekonzern Wacker kauft den Pharma-Auftragshersteller Genopis von den südkoreanischen Unternehmen Helixmith und Medivate Partners.

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Wacker stärkt sein Biopharmageschäft durch den Kauf des Plasmid-DNA-Herstellers Genopis in den USA.
Wacker stärkt sein Biopharmageschäft durch den Kauf des Plasmid-DNA-Herstellers Genopis in den USA.
(Bild: Wacker)

München – Mit der Übernahme des Auftragsherstellers Genopis aus den USA baut Wacker sein Biopharmageschäft weiter aus. Die bestehenden Kundenbeziehungen im Bereich der pDNA-Technologie sollen unter dem neuen Eigentümer weiterführt werden. Der Gesamtkaufpreis für die Akquisition besteht aus einer Zahlung von umgerechnet 32,4 Millionen Euro nach Vollzug der Transaktion sowie möglichen weiteren erfolgsabhängigen Zahlungen im Rahmen eines sogenannten Earn-Out-Modells. Der Vollzug der Transaktion wird im 1. Quartal 2021 erwartet.

Die im Jahr 2018 gegründete Genopis betreibt als CDMO eine spezialisierte Fermentationslinie mit einer Kapazität von 500 Litern zur Herstellung und Aufreinigung von pDNA. Weitere kleinere Anlagen für die Fermentation von pDNA und nachfolgende Verarbeitungsschritte sind derzeit am Sitz von Genopis in San Diego, USA, im Bau. Die rund 40 Mitarbeiter des Unternehmens verfügen über umfassende Erfahrung in der Herstellung von pDNA nach den Qualitätsrichtlinien der „Good Manufacturing Practice“ (GMP). pDNA kann entweder direkt für nukleinsäure-basierte Gentherapien und für Impfstoffe verwendet oder als Ausgangsbasis für solche innovativen Therapeutika eingesetzt werden, beispielsweise zur Herstellung von Messenger RNA (mRNA).

Wacker und Helixmith planen darüber hinaus eine strategische Zusammenarbeit bei der Produktion einer von Helixmith entwickelten pDNA-Gentherapie zur Behandlung von Diabetischer Peripherer Neuropathie (DPN). Das Präparat mit der Bezeichnung VM202 befindet sich derzeit in der klinischen Erprobung. Nach erfolgter Zulassung beabsichtigen die beiden Unternehmen, dass der deutsche Konzern als CDMO-Partner die Herstellung von VM202 für die kommerzielle Marktversorgung übernimmt. DPN ist eine häufige und bislang schwer zu behandelnde chronische Komplikation bei Diabetes. In Zukunft könnte Wacker am neuen Standort in San Diego als CDMO außerdem die Herstellung weiterer von Helixmith entwickelter pDNA-Produkte übernehmen.

Erst kürzlich hatte der Münchner Chemiekonzern mit Curevac einen Vertrag zur Produktion des mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffkandidaten CVnCOV des Tübinger Unternehmens unterzeichnet.

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