Firmenjubiläum Wacker feiert sein 100-jähriges Jubiläum

Redakteur: Matthias Back

Am 13. Oktober 2014 feierte Wacker den 100. Jahrestag ihrer Gründung. Alexander Wacker ließ am 13. Oktober 1914 die „Dr. Alexander Wacker Gesellschaft für elektrochemische Industrie, KG“ in das Handelsregister Traunstein eintragen und legte damit den Grundstein für den Münchner Chemiekonzern.

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Wacker Chemie feierte am 13. Oktober 2014 den 100. Jahrestrag ihrer Gründung.
Wacker Chemie feierte am 13. Oktober 2014 den 100. Jahrestrag ihrer Gründung.
(Bild: Achim Zeller/Wacker)

München – Bereits über das ganze Jahr hinweg standen wichtige Veranstaltungen wie die Hauptversammlung 2014, die Verleihung des Wacker Silicone Award in Berlin sowie der Tag der offenen Tür für Nachbarn und Mitarbeiter an den deutschen Standorten des Konzerns unter dem Motto „100 Jahre Wacker“. Den heutigen Gründungstag feiert das Unternehmen mit seinen Kunden und Geschäftspartnern im Rahmen einer Festveranstaltung in München.

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Der Unternehmer Alexander Wacker wurde 1846 in Heidelberg geboren. Wacker, gelernter Kaufmann, hatte zunächst gemeinsam mit Siegfried Schuckert die Elektrifizierung Deutschlands vorangetrieben. 1903 gründete er das „Consortium für elektrochemische Industrie“, heute die zentrale Konzernforschung. Ziel war es, mit Hilfe elektrochemischer Verfahren aus Carbid und dem Folgeprodukt Acetylen nutzbringende chemische Verbindungen herzustellen.

Salzach gab den Ausschlag für Burghausen

1914 erhielt Wacker die Genehmigung zum Bau eines Wasserkraftwerks und eines Kanals, der die Flüsse Alz und Salzach miteinander verbindet. Bei der Standortsuche hatte er sich für ein Gelände in der Nähe der Stadt Burghausen in Oberbayern entschieden, um das 63 Meter hohe Gefälle zur Salzach zur Stromerzeugung nutzen zu können. Noch im gleichen Jahr gründete er die „Alexander Wacker Gesellschaft für elektrochemische Industrie“, die Keimzelle des Wacker-Konzerns. Daraus ging die spätere Wacker-Chemie GmbH (bis 2005) bzw. die heutige Wacker Chemie AG (seit 2006) hervor.

Die ersten Anlagen im Werk Burghausen nutzten bereits die am Consortium entwickelten Synthesemöglichkeiten für Acetaldehyd, Essigsäure und Aceton. Von entscheidender Bedeutung war die so genannte Direktoxidation von Acetylen zu Acetaldehyd, die weltweit lizensiert wurde. Aceton, das in großen Mengen zur Herstellung von synthetischem Gummi benötigt wurde, war während der ersten Jahre der wichtigste Umsatzträger des jungen Unternehmens. Acetylen, war auch die chemische Basis für weitere Produkte. Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol und Polyvinylchlorid gingen aus der Acetylenchemie hervor.

Entdeckung von Vinylacetat-Ethylen-Copolymer im Jahre 1960

In den 1940er Jahren begannen die Arbeiten an zwei neuen Produktgruppen, die beide auf das Element Silicium zurückgehen: 1947 startete in Burghausen die Ära der Silicone. Metallurgisches Silicium diente bald auch als Rohstoff für die Herstellung eines weiteren wichtigen Produkts: Reinstsilicium für die Halbleiterindustrie.

Auch die Polymerchemie feierte in den Nachkriegsjahren Erfolge. Anfang der 1950er Jahre entwickelten Wacker-Chemiker die Grundlagen für die Herstellung von Dispersionspulvern für Trockenmörtelmischungen, heute fester Bestandteil vieler Fliesenkleber, Putze oder Wärmedämmverbundsysteme. 1957 ging die erste Anlage zur Herstellung von Dispersionspulver in Betrieb. Wenig später wurden auch Co- und Terpolymerisate entwickelt, welche die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Dispersionen deutlich erweiterten. Ein Meilenstein war 1960 die Entdeckung von Vinylacetat-Ethylen-Copolymer (VAE). Sie ermöglichte die kostengünstige Herstellung von Kunststoffen mit neuen Eigenschaften.

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