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VCI-Länderkurzberichte USA Nummer 2 unter den Chemieproduzenten

| Redakteur: MA Alexander Stark

Die Kurzberichte des VCI geben einen Überblick über Daten und Fakten zur Chemieindustrie einzelner Länder. Die Berichte enthalten jeweils die Einordnung der Chemieindustrie in den internationalen Kontext, die Spartenausrichtung der Chemieindustrie und die wichtigsten Kennzahlen zum Handel mit Deutschland. Der Verband hat dabei unter anderem die US-Branche genauer unter die Lupe genommen.

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Die USA waren 2019 nicht nur der zweitgrößte Chemieproduzent, sondern auch der zweitgrößte Chemieverbraucher.
Die USA waren 2019 nicht nur der zweitgrößte Chemieproduzent, sondern auch der zweitgrößte Chemieverbraucher.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Frankfurt am Main – Die volkswirtschaftliche Abteilung des VCI hat eine Reihe von Länder-Kurzberichten erstellt. Neben dem Iran, Brasilien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Russland und der Türkei hat der Verband auch aktuelle Kennzahlen der Chemieindustrie in den USA veröffentlicht:

Die Chemieindustrie der Vereinigten Staaten war mit einem Umsatz von knapp 764 Milliarden Euro im Jahr 2019 der weltweit zweitgrößte Chemieproduzent. Nur China verzeichnete einen noch höheren Umsatz. Die Produktion stieg - dank günstiger Energiepreise durch Fracking - in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 1 % pro Jahr. Bis 2018 stieg die Produktion dynamisch. 2019 war die Produktion allerdings wieder leicht rückläufig.

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Die USA waren 2019 nicht nur der zweitgrößte Chemieproduzent, sondern auch der zweitgrößte Chemieverbraucher. Die Nachfrage nach Chemikalien lag 2019 bei rund 815 Milliarden Euro. Dies entsprach rund 16 % des globalen Chemieverbrauchs. Die Chemie in den USA hat durch den Schiefergasboom neuen Auftrieb bekommen. Die Investitionen stiegen in den letzten zehn Jahren kräftig (8,8 % pro Jahr). Im weltweiten Vergleich investierte nur China mehr in seine Chemieindustrie. 2019 beliefen sich die Investitionen der US-Chemie auf 38,6 Milliarden Euro.

Spezialisierung auf Pharmazeutika

Die US-Chemieindustrie ist auf die Herstellung von Pharmazeutika spezialisiert. Mehr als ein Drittel der Umsätze wurden allein in dieser Sparte erwirtschaftet. Begünstigt durch niedrige Energie- und Rohstoffkosten standen die Anorganika, Petrochemikalien und Polymere für ebenfalls rund ein Drittel der Umsätze. Dieser Anteil konnte in den letzten zehn Jahren leicht ausgebaut werden. Die Vereinigten Staaten waren 2019 der weltweit größte Importeur von chemisch-pharmazeutischen Produkten, gefolgt von China und Deutschland. Dabei stellten Pharmazeutika fast zwei Drittel aller Importe und ein Drittel aller Exporte. Die Handelsbilanz der USA mit Chemikalien (ohne Pharmazeutika) war positiv.

Wichtigster Partner Deutschlands außerhalb Europas

Außerhalb Europas sind die USA der wichtigste Handelspartner der Branche. Deutschland exportierte 2019 chemische Produkte im Wert von 22,2 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten. Dies entsprach elf Prozent der deutschen Chemieexporte. Umgekehrt stammten zehn Prozent der deutschen Chemieeinfuhren aus den USA (14,5 Milliarden Euro).

Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Auslandsstandort für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie. Fast 50 % aller Direktinvestitionen deutscher Chemieunternehmen, knapp 40 Milliarden Euro, entfielen auf die USA. Im Jahr 2018 waren 145 Tochtergesellschaften deutscher Chemieunternehmen in den Vereinigten Staaten aktiv. Zusammen erwirtschafteten sie einen Umsatz von rund 54 Milliarden Euro und beschäftigten 70.000 Mitarbeiter.

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