Suchen

Produktion und Instandhaltung im Jahr 2017

Unternehmen im Chempark Dormagen investieren 446 Millionen Euro

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

446 Millionen Euro – aufgeteilt auf 185 Millionen Euro für Neuinvestitionen und Kapazitätserweiterungen und 261 Millionen Euro für Instandhaltungen. Das sind die Kennzahlen des Chemparks Dormagen im Jahr 2017.

Firmen zum Thema

446 Millionen Euro Investitionen, 9.365 Mitarbeiter – das sind die Kennzahlen des Chempark Dormagen für das Jahr 2017.
446 Millionen Euro Investitionen, 9.365 Mitarbeiter – das sind die Kennzahlen des Chempark Dormagen für das Jahr 2017.
(Bild: Currenta)

Dormagen – Das Wachstums zeige sich vor allem nach Abschluss der Großprojekte der letzten Jahre. Es gab 2017 nicht die eine herausstechende Investition, sondern alle Chempark-Partner – egal ob Produzenten, Dienstleister oder der Betreiber Currenta – würde mit zahlreichen Maßnahmen den Verbund am Standort stärken, sagt Chempark-Leiter Lars Friedrich. Zwar liegen die Neuinvestitionen im vergangenen Jahr mit 185 Millionen Euro unter dem Rekordjahr 2015, als beispielsweise die TDI-Anlage von Covestro und der Steam Reformer von Air Liquide starteten. Dafür gaben die Unternehmen 2017 mit 261 Millionen Euro für Instandhaltungen noch einmal 13 Millionen Euro mehr aus als im Vorjahr.

Mit 6334 Mitarbeitern der Unternehmen sowie 3031 Fremdfirmenmitarbeitern bleibt das Dormagener Werk am Rhein 2017 einer der größten Arbeitgeber in der Region. Mit 528 Auszubildenden ist es auch der größte Ausbildungsbetrieb im Rhein-Kreis Neuss. Das Jahres-Nettoeinkommen aller Beschäftigten entspricht einer Kaufkraft von über 260 Millionen Euro.

Chempark begrüßt Kurs der neuen Landesregierung

Friedrich unterstreicht, dass weitere langfristig angelegte Investitionen im Chempark keine Selbstläufer sind. Der Austausch hierüber mit den politischen Entscheidungsträgern ist offen und konstruktiv – zum Beispiel mit dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, der den Chempark und seine Unternehmen schon mehrfach besuchte. „Damit das Dormagener Werk – genauso wie seine Schwesterstandorte Leverkusen und Krefeld-Uerdingen – weiterhin seine Rolle als Beschäftigungs- und Fortschrittsmotor für die Region übernehmen kann, brauchen wir klare und praxisnahe Rahmenbedingungen. Die neue Landesregierung hat für die Industrie bereits einige positive Signale gesetzt“, erklärt der Chempark-Leiter.

NRW braucht mehr Innovationen, und Innovationen brauchen Freiräume. Die Absicht der Landesregierung, sämtliche vorhandenen Gesetze und Regeln systematisch auf Hemmnisse zu überprüfen, ist daher richtig und wichtig. Der Chempark-Betreiber wirbt auch bei neuen Regelungen für einen solchen „Innovations-Check“ zur Abschätzung von Gesetzesfolgen – idealerweise nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Berlin. Ein richtiger Schritt ist zum Beispiel, know-how-kritische Unterlagen nicht mehr im Rahmen von Anlagengenehmigungen öffentlich zu machen, so wie es die Vorgängerregierung in NRW eingeführt hatte. Positiv hervorzuheben ist auch, dass Industriehäfen mit dem Entfesselungspaket II stärker vor heranrückender Nutzung geschützt werden sollen – das ist insbesondere für die transportintensive chemische Industrie wichtig.

Sehr viel sichtbarer sind die Probleme, die sich aus der dringend notwendigen Instandhaltung und dem Ausbau öffentlicher Verkehrswege ergeben. „Eine uneingeschränkt nutzbare und leistungsfähige Infrastruktur ist wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Industrie hier im Land – für die Chempark-Standorte hat sie sogar existenzielle Bedeutung. Dies gilt insbesondere für die Autobahn-Situation im westlichen NRW“, betont Friedrich. „Ersatzbauwerke für die Rheinbrücken der A 1 und der A 40, der Ausbau der A 57 sowie der Neubau einer Rheinquerung bei Köln-Godorf sind dringend nötig. Darüber hinaus möchten wir aber auch aktiv die Mobilität von morgen mitgestalten und deshalb sind wir auch dem Bündnis für Mobilität beigetreten, welches Verkehrsminister Wüst vor knapp einem Monat gegründet hat“, so der Chempark-Leiter weiter.

Ungewohnte Einblicke bei der Bayer-Division Crop Science

Ein außergewöhnliches Highlight setzte Bayer am 100. Geburtstag des Dormagener Werks am Rhein. Im CI-Betrieb, einer der großen Pflanzenschutzproduktionseinheiten am Standort, herrschte Revisionsstillstand, so dass die über 100 Besucher am 25. August 2017 ganz nah an die Anlagen herankamen, in denen jetzt das neuentwickelte Insektizid „Sivanto“ hergestellt wird. Auch für den Standortleiter ein echtes Herzensanliegen: „Als Verfahrensforscher habe ich viel an Sivanto gearbeitet. Das war damals mein ‚Baby‘, das ich mitbegleiten durfte. Es ist phantastisch zu sehen, dass die Anlage steht und nach Jahren mühevoller Entwicklung und Vorbereitung jetzt die Produktion läuft. Und dieses Know-how zeigen und erklären wir natürlich auch gerne unseren Nachbarn“, so Norbert Lui.

Im Geschäftsjahr 2017 hat Crop Science in Dormagen rund 25 Millionen Euro in den Ausbau seiner Kapazitäten für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln investiert. Größte Einzelprojekte am Standort waren der Ausbau des MZT- und des CI-Betriebs. Die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur verstärkte nicht nur der Chempark-Betreiber im Rahmen des Cube-Projekts, sondern auch der Wasserchemikalienspezialist Sidra. Eigens für Bayer errichtete das Ibbenbürener Unternehmen im Westwerk ein Silolager für Fällungschemikalien, mit denen Wasser gereinigt und wiederaufbereitet werden kann. Zum Jahreswechsel startete dessen Betrieb.

Steigende Produktionskapazitäten im Bereich Pflanzenschutz erforderten auch eine größere Infrastruktur für Analysen. Im MZT-Betrieb startete im Herbst ein neues Labor für Qualitätskontrolle, errichtet und betrieben von Currenta im Auftrag von Crop Science. „Die Integration des Labors in unsere Betriebsbereiche ist für uns einfach sehr praktisch. Die kurzen Wege helfen uns, auch gegenüber unseren Kunden noch schneller zu werden. Wir sind sehr zufrieden mit dem Projektabschluss und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit den Kollegen der Currenta-Produktionsanalytik", so Bayer-Standortleiter Lui. Das neue Labor bietet auf einer Fläche von 100 Quadratmeter Raum für fünf Mitarbeiter.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45219246)