Suchen

Ultrazentrifugation

Ultrazentrifugation – Einsatzmöglichkeiten und Hindernisse

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Anwendungsanforderungen

Um bei der Ultrazentrifugation möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, müssen alle verwendeten Materialien wie etwa Röhrchen und Flaschen aufeinander abgestimmt und für die Anwendung geeignet sein. Selbst minimale Unstimmigkeiten zwischen Ausstattung, Zubehör und Verbrauchsmaterialien können die Ergebnisse erheblich beeinträchtigen. Tabelle 1 enthält eine Übersicht über geeignete Röhrchen für unterschiedliche Anwendungen. Die geeignete Röhrchengröße hängt vom Probenvolumen ab. Die Röhrchen müssen so befüllt werden, dass es nicht zu einer Verformung mit potenziellem Probenverlust kommt. Darüber hinaus sind unterschiedliche Röhrchenmodelle erhältlich: Dick- und dünnwandig, offen und abgedichtet. Dickwandige Röhrchen halten hohen g-Kräften stand. Dünnwandige Röhrchen lassen sich leicht durchstechen, was eine rasche Probenentnahme ermöglicht. Abgedichtete Röhrchen werden meist für die Zentrifugation sehr wertvoller Proben eingesetzt, bei denen jedes Verlustrisiko ausgeschlossen werden muss. Darüber hinaus steht eine Vielzahl weiterer Röhrchenmodelle – durchstechbar, schneidbar, autoklavierbar und/oder chemisch resistent – für unterschiedliche Anwendungsanforderungen zur Verfügung. Tabelle 2 enthält eine Übersicht über die Röhrcheneigenschaften.

Je nach Modell sind Röhrchen mit bestimmten Rotormodellen kompatibel. Dünnwandige, offene Röhrchen sind hervorragend für Ausschwingrotoren, dickwandige, offene Röhrchen für Festwinkel- und Ausschwingrotoren geeignet. Dünnwandige abgedichtete Röhrchen lassen sich am besten mit Festwinkel- und Vertikalrotoren einsetzen, Oak-Ridge-Röhrchen sollten nur mit Festwinkelrotoren eingesetzt werden.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 7 Bildern

Ausschwingrotoren bewirken eine horizontale Drehung der Probe im Verhältnis zur Rotationsachse und eignen sich daher ideal für die Trennung großer Volumen (siehe Abbildung 4a). Bei Festwinkelrotoren dagegen ist die Trennstrecke kleiner. Daher eignen sie sich am besten für die Pelletierung und für die isopyknische Bandierung von DNA (siehe Abbildung 4b). Vertikalrotoren bieten die kürzeste Trennstrecke, die bei der Dichtegradiententrennung überhaupt möglich ist, und erlauben daher einen besonders hohen Durchsatz. Das Sediment haftet bei dieser Methode jedoch an der Röhrchenwand und muss von dort entnommen werden. Dies kann sich als schwierig erweisen.

Bei NVT-Rotoren (Near-Vertical Rotors) sind die Röhrchen in einem fast vertikalen Winkel angeordnet, was sehr kurze Laufzeiten ermöglicht. Bestandteile, die nicht bandieren, können auf den Röhrchenboden pelletieren. Dadurch wird die Probenentnahme erleichtert (siehe Abbildung 4c).

Hohe Effizienz bei der Pelletierung

Effizienz ist in der Forschung grundsätzlich von großer Bedeutung. Daher ist der Klärungsfaktor (k-Faktor), also der Messwert für die relative Effizienz bei der Pelletierung, ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Rotors. Je kleiner der k-Faktor, desto höher der Wirkungsgrad des Rotors, desto geringer der Zeitaufwand und desto effizienter das Experimentalprotokoll.

Fazit

Um bei der Ultrazentrifugation möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, müssen alle verwendeten Materialien aufeinander abgestimmt und für die Anwendung geeignet sein. Durch die Auswahl an geeignetem Zubehör kann jede Trennung genau auf die spezifischen Anforderungen der betreffenden Anwendung und des Experimentalaufbaus zugeschnitten werden. So lässt sich bei den Experimenten eine hohe Messgenauigkeit erzielen.

*Dr. N. Boujtita, Thermo Fisher Scientific, Saint-Herblain/Frankreich und

**Dr. Stephanie R. Noles, Thermo Fisher Scientific, Asheville/USA

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 365241)