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Elektrotechnische Betriebsmittel

TÜV Nord warnt: Unternehmer versäumen oft ihre Prüfpflicht

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Vorsicht Spannung! Nicht selten müssen sich Unternehmer nach einem Arbeitsunfall mit Strom vor Gericht verantworten.
Vorsicht Spannung! Nicht selten müssen sich Unternehmer nach einem Arbeitsunfall mit Strom vor Gericht verantworten. (Bild: gemeinfrei / pixabay.com / CC0)

Ob gerissene Kabelisolierung oder defekter Stecker – meist reicht ein kleiner Mangel, um Schäden vom leichten Stromschlag bis hin zum ernsthaften Arbeitsunfall zu verursachen. Gerade bei elektrischen Betriebsmitteln im alltäglichen Gebrauch wird eine regelmäßige Wartung und Prüfung häufig vergessen. Viele Unternehmer würden hier ihre Pflicht versäumen, warnt Gerd Lehmann, Referent der TÜV Nord Akademie. Im Beitrag klärt er über typische Gefahren auf und zeigt, wie diese am besten umgangen werden.

Hamburg – Kaum ein Unternehmen kommt heutzutage ohne elektrisch betriebene Arbeitsmittel oder Werkzeuge aus. Doch das birgt auch Gefahren: Laut Statistik der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) ereignen sich etwa 90 Prozent der Stromunfälle im Bereich der Niederspannung, also einer Spannung unter 1000 Volt, wie beim Drucker im Büro oder dem Wasserkocher im Pausenraum.

„Sichtbare Mängel, wie defekte Kabelisolation, sind eine der häufigsten und am meisten unterschätzten Unfallursachen. Das klassische ‚Eine-gewischt-bekommen’ ist ein Zeichen dafür, dass Strom fließt, wo er nicht hingehört“, erklärt Lehmann. „Das Problem ist, dass ein Großteil der Unternehmer schlicht nicht weiß, wie sie elektrotechnische Betriebsmittel richtig nutzen oder warten müssen. Zudem fehlt oft die Zeit, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.“

Nichtprüfung gilt als strafbarer Vorsatz

Unternehmer sind dafür verantwortlich, dass die Sicherheit für alle Mitarbeiter gewährleistet ist. Laut Vorschrift 3 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) haben Unternehmer dafür zu sorgen, dass alle elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den elektronischen Regeln entsprechend betrieben werden. Zusätzlich müssen sie gewährleisten, dass die Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung von einer dafür qualifizierten und geschulten Person durchgeführt werden.

Entsprechende Weiterbildungen für Elektrofachkräfte (EFK) oder einer von ihr elektrotechnisch unterwiesenen Person (EuP) gibt es beispielsweise bei der TÜV Nord Akademie. Werden elektrotechnische Betriebsmittel nicht geprüft, handelt es sich der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) zufolge bereits um einen strafbaren Vorsatz. Nicht selten müssen sich Unternehmer nach einem Arbeitsunfall mit Strom vor Gericht verantworten.

Gefahrenquellen – Ursachen und Prävention

Eine besonders große Gefahr geht von sogenannten ortsveränderlichen elektrotechnischen Betriebsmitteln aus. Hierbei handelt es sich um Geräte, die leicht von einem Ort zum anderen transportiert werden können und dabei wiederholt an einen Stromkreislauf angeschlossen und von diesem getrennt werden – z.B. Laptop-Trafos, Bohrmaschinen oder verschiedene Kabel. Da die Geräte viel in Bewegung sind und oft durch verschiedene Hände gehen, lauern hier durch Fehler in der Bedienung und schnelle Abnutzung die meisten Gefahren. Bereits eine regelmäßige Sichtprüfung, bei der elektrische Betriebsmittel auf äußere, sicherheitsrelevante Mängel geprüft werden, kann Unfälle verhindern.

Zusätzlich sollte der Zustand der Isolierung auf Schäden untersucht und der Biegeschutz der Anschlussleitungen geprüft werden. Einer ersten Sichtprüfung müssen aber in regelmäßigen Abständen – je nach Betriebsmittel – Messungen und Funktionsprüfungen folgen. Hier wird z.B. der Isolationswiderstand oder der Berührungsstrom gemessen und das Gerät auf einwandfreie Funkionalität getestet.

Weiterführende Informationen zu den entsprechenden Seminaren der TÜV Nord Akademie zum Thema Elektrotechnik finden Sie unter www.tuev-nord.de/el-seminare.

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