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Fusionen und Übernahmen

Tech-Giganten dringen in Life Sciences vor

| Redakteur: Alexander Stark

Die Life Sciences Branche verzeichnet die höchste Deal-Aktivität der letzten drei Jahre – sowohl in Bezug auf die Anzahl angekündigter Transaktionen als auch im Hinblick auf das Transaktionsvolumen. Vermehrt zieht die Branche inzwischen Investoren aus dem Technologie-Bereich an. Vor allem Amazon und Alphabet, der Mutterkonzern von Google, waren hier aktiv.

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Die Tech-Giganten waren 2018 vermehrt in der Life Sciences-Branche aktiv.
Die Tech-Giganten waren 2018 vermehrt in der Life Sciences-Branche aktiv.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Im vergangenen Jahr sind Zahl und Volumen der angekündigten Fusionen und Übernahmen der Branchen Life Sciences und Chemie gestiegen. So lag das Transaktionsvolumen mit 331,7 Milliarden Euro um 18 % höher als 2017 (381 Milliarden Euro). Die Zahl der Transaktionen verzeichnet im Jahresvergleich eine Steigerung um 4 % von 3.738 auf 3.894. Zurückzuführen ist dieser Zuwachs vor allem auf eine erhöhte Deal-Aktivität in der Life Sciences-Branche. In der Chemie-Branche blieb die M&A-Aktivität unter dem Level von 2017. Am aktivsten beteiligt waren in beiden Sektoren Unternehmen aus den USA und China. Das zeigt eine KPMG-Analyse, die auf Zahlen von Thomson Reuters beruht.

Die Tech-Giganten waren 2018 vermehrt in der Life Sciences-Branche aktiv. So kündigte Amazon die Übernahme der Online-Apotheke Pill Pack an, die Medikamente in einer vorsortierten Dosierung direkt an Patienten liefert. Alphabet wiederum beteiligte sich mit seinen Tochterunternehmen GV Management und Verily Life Sciences an einer Vielzahl von Finanzierungsrunden im Bereich Life Sciences. Verily nahm unter anderem an der 66 Millionen Euro Series B-Finanzierungsrunde von Cortexyme teil, einem Pharmaunternehmen mit Schwerpunkt auf Alzheimer-Behandlungsmethoden.

Mehr als 218 Milliarden Euro Umsatz durch Patentablauf gefährdet

Zwischen 2018 und 2024 ist aufgrund von auslaufenden Patenten ein erheblicher Anteil des weltweiten Pharmaumsatzes von verschreibungspflichtigen Medikamenten gefährdet. Vir Lakshman, Leiter des Bereichs Chemie und Pharma bei KPMG in Deutschland erklärt, dass Life Sciences-Unternehmen insbesondere in Advanced Therapies investieren um der ‚Patentklippe‘ entgegenzuwirken. Darauf wären zwei der Top 10 angekündigten Transaktionen im Bereich Life Sciences zurückzuführen.

Chemie: Digitalisierung und Innovation auf dem Vormarsch

Der Chemiesektor verzeichnete im vergangenen Jahr 1.062 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 73 Milliarden Euro. Damit zeigt die Branche einen rückläufigen Trend im Vergleich zum Jahr 2017 (1.127 Deals mit einem Gesamtvolumen von 87 Milliarden Euro.

Mit einem prognostizierten durchschnittlichen jährlichen Wachstum (CAGR) von rund 30 % zwischen 2015 und 2022 bietet der Markt für Elektrofahrzeuge auch für Unternehmen der Chemiebranche attraktive Investitionsmöglichkeiten. So hat zum Beispiel Solvay eine Kapitalbeteiligung an dem Batterieentwickler Solid Power angekündigt.

Auch deutsche Chemieunternehmen beteiligen sich an der Entwicklung in Richtung Innovation und Digitalisierung. Nach der Übernahme von Innofi 3D in 2017 hat BASF inzwischen in drei weitere Unternehmen aus dem Bereich 3D-Druck investiert. Neben der Übernahme von Advanc 3D Materials und deren Partner für die Entwicklung und Herstellung von Selective Laser Sintering (SLS), Setup Performance, verlängerte BASF zusätzlich die Kooperation mit der belgischen Materialise, einem Anbieter von 3D-Druck-Technologien.

Auch der Bereich der Agrochemie wird zusehends digitalisiert. Bayer und Genedata, ein Anbieter von innovativen Software-Lösungen zur Automatisierung von Versuchsprozessen, kündigten eine Verlängerung ihrer bereits bestehenden Partnerschaft an. Dabei unterstützt Genedata Bayer bei der Digitalisierung von F&E-Prozessen.

Nach der Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit wäre laut Vir Lakshman eine Abkühlung der Chemiebranche mit entsprechenden Auswirkungen auf den M&A-Markt nicht überraschend. Aber ein Interesse an innovativen, profitablen Akquisitionskandidaten werde weiterhin bestehen.

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