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Abwasseraufbereitung

Synthetikkugeln gegen Pharmareste

| Autor / Redakteur: Jan Raiser* / Wolfgang Ernhofer

Adsorbenzien, die aus synthetischen Rohstoffen hergestellt werden, haben gegenüber herkömmlicher Pulveraktivkohle einige Vorteilen.
Adsorbenzien, die aus synthetischen Rohstoffen hergestellt werden, haben gegenüber herkömmlicher Pulveraktivkohle einige Vorteilen. (Bild: Blücher)

Die Rückstände pharmazeutischer Spurenstoffe waren bisher vor allem ein Problem der Trinkwasseraufbereitung. Jetzt machen neue spezifische Adsorbenzien es möglich, diese Rückstände schon aus dem Abwasser zu entfernen.

Pharmazeutische Spurenstoffe sind ohne Frage eines der drängendsten Probleme der Wasseraufbereitung. Schon länger diskutiert die Branche, wie die Rückstände von Arzneimitteln und Pharmazeutika bei der Trinkwassergewinnung entfernt werden können.

Jetzt bringen neue Erkenntnisse über Eintragspfade und das Verhalten solcher Fremdstoffe im Wasserkreislauf zusätzlich Bewegung in die Diskussion: Wasserversorger, Kläranlagenbetreiber, Fachverbände und Forschungseinrichtungen arbeiten daran, diese Rückstände bereits im Abwasserstrang der kommunalen Kläranlage zu eliminieren. Erste Feldversuche, darunter auch solche in großtechnischen Anlagen, bei denen Aktivkohle zur Adsorption pharmazeutischer Spurenstoffe genutzt wurde, erreichten bereits gute bis sehr gute Entfernungsleistungen. Doch muss Aktivkohle nicht das Maß aller Dinge bleiben: Die Zukunft gehört synthetischen Adsorbenzien, glauben Experten.

Weiter entwickelte Pulveraktivkohle

So hatte die Firma Blücher in der Vergangenheit gute Erfahrungen beim Einsatz kugelförmiger Saratech-Adsorbenzien, einer Weiterentwicklung der bekannten Pulveraktivkohle (PAK), zum Entfernen von Pharmazeutika-Rückständen im Trinkwasser gemacht. Die Idee, diese Methode auch in zur Abwasseraufbereitung zu nutzen, lag daher nahe.

Adsorbenzien wie Saratech, die aus synthetischen Rohstoffen hergestellt werden, weisen gegenüber herkömmlicher PAK eine Reihe von Vorteilen auf: Durch die Einstellung verschiedenster Parameter im Herstellungsprozess können Porenvolumen, BET-Oberfläche und Oberflächenchemie der Adsorberkugeln so angepasst werden, dass es den speziellen Anforderungen zur Entfernung organischer Spurenstoffen entgegen kommt. Zusätzlich kann mittels weiterer Prozesschritte auch die Partikelgrößenverteilungen sehr genau bestimmt werden.

Dazu wird im Rahmen der Herstellung, ausgehend von einem polymeren Rohstoff in Kugelform, in einem definierten und kontrollierten Prozess die Textur der Adsorbenzien eingestellt. Dadurch erhält man Adsorbenzien, die zu einem hohen Anteil aus reinem Kohlenstoff bestehen (Anteil C > 98 Masse-%), mechanisch sehr stabil sind (Abriebhärte > 98 %) und eine spezielle Oberflächenchemie aufweisen.

Überdurchschnittliche Rückhalteleistung

Die Eignung dieser Adsorbenzien zur Entfernung von Spurenstoffen wurde in einer Reihe statischer Versuche mit realem Abwasser aus einer kommunalen Kläranlage bestätigt. Dazu wurde das biologisch gereinigte Abwasser mit geeigneten Maßnahmen vorkonditioniert und mittels zwei verschiedener synthetischer Adsorbenzien wie auch mit konventioneller Aktivkohle behandelt.

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