Abwasseraufbereitung

Synthetikkugeln gegen Pharmareste

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Die beiden getesteten synthetischen Adsorbenzien entfernten die Spurenstoffe in vielen Fällen deutlich besser als konventionelle Aktivkohle. So konnte z.B. die doppelte Menge des Entzündungshemmers Diclofenac zurückgehaltten werden, was darauf hindeutet, dass bei polaren Stoffen synthetische Adsorbenzien hinsichtlich des adsorptiven Verhaltens ihr Potenzial voll entfalten.

Leichtes Handling und mehrfache Verwendung

Aus prozesstechnischer Sicht haben diese Adsorbenzien noch weitere Vorteile zu bieten: Aufgrund ihrer hohen Abriebfestigkeit generieren sie kaum Staub, sodass die Handhabung deutlich sauberer und damit störungsfreier abläuft. Die kugelige Form sorgt für ein gutes Fließverhalten, und das sowohl im nassen wie auch im trockenen Zustand.

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Des Weiteren lassen sich die Adsorberpartikel leicht durch eine nachgeschaltete Filtration wieder aus dem behandelten Abwasser entfernen. Dadurch kann unter Umständen auf ein Absetzbecken verzichtet werden, womit ein erheblicher Vorteil beim Flächenverbrauch und der Prozessführung erreichbar ist. Nach erfolgter Reinigung müssen die beladenen Kugeln nicht entsorgt werden: Die zurückgewonnenen Adsorbenzien lassen sich grundsätzlich durch eine geeignete Technik mit äußerst geringen Masseverlusten regenerieren und reaktivieren. So können sie über viele Zyklen eingesetzt werden und unterstützen den Gedanken der Nachhaltigkeit.

Im Gegensatz zur Verwendung von PAK verbinden die Saratech-Adsorbenzien die positiven Leistungen bei der Entfernung von Spurenstoffen mit der Möglichkeit einer nachhaltigen Versorgung des Reinigungsprozesses mit adsorptivem Material. Die zur Regenerierung bzw. Reaktivierung notwendige Energie kann durch die thermische Verwertung des Klärschlamms aufgebracht werden.

Aktuell werden dynamische Beladungsversuche an einer Pilotanlage durchgeführt, bei der pharmazeutische Spurenstoffe und Hormone aus dem Abwasser einer MBR-Anlage entfernt werden sollen. Obwohl die Auswertungen noch ausstehen, erwarten die Experten, basierend auf ersten Erfahrungswerten sehr gute Ergebnisse. Immerhin lässt sich durch die Verbesserung der Qualität des in die Vorfluter eingeleiteten Wassers ein erheblicher Beitrag zur Verringerung der anthropogenen Spurenstoffe in der aquatischen Umwelt leisten und schwerwiegendere Folgen in der Fauna und Flora der Gewässer mildern.

* * Der Autor ist Project Engineer Industry bei Blücher. Kontakt: Tel. +49-211-92440

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