Katastrophenschutz

Strategien zum Katastrophenschutz in der chemischen Industrie

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Wie eine sorgfältige Planung dazu beiträgt, eine Katastrophe abzuwenden

Das Atomic Energy Regulatory Board (AERB) untersuchte nach Wiederherstellung und Neustart der Anlage das oben beschriebene schwerwiegende Ereignis sowohl unter Katastrophenschutz- als auch Sicherheitsgesichtspunkten. Man stellte fest, dass aufgrund der Echtzeitinformationen von den für den Damm von Ukai zuständigen Behörden, dem Vorhandensein dokumentierter Verfahrensanweisungen zur Vorgehensweise im Anlagennotfall und der Mitwirkung von geschulten und erfahrenen Mitarbeitern eine sichere Abschaltung der Anlage erreicht werden konnte, bevor das Hochwasser in das Gelände eindrang.

Durch die Vorausplanung war eine Umlagerung der gefährlichen Chemikalien und kritischen Geräte in eine größere Höhe sichergestellt, so dass es keinerlei Nachfolgekatastrophen gab. Gewisse Sicherheitsaspekte, die in Verbindung mit den Notfallmaßnahmen in Bezug auf Vorbereitung und Schadensminderung während des Hochwassers standen, wurden beachtet. Es wurde erwähnt, dass 1998 eine Flutkatastrophe an genau diesem Industriestandort Hazira Surat stattgefunden hatte. Angesichts der ansteigenden Häufigkeit von Überschwemmungen empfahl das AERB bestimmte Maßnahmen, mit denen das Katastrophen-Risikomanagement im Zusammenhang mit Hochwassergefährdungen verbessert werden kann. Es folgen einige der maßgeblichen Empfehlungen:

  • Beschaffung und Bereithaltung von zwei motorbetriebenen Wasserfahrzeugen in der Brand- und Sicherheitsabteilung, damit Mitarbeiter in der Anlage und im Wohnbereich bei Hochwasser effektiv und effizient gerettet werden können.
  • Der Kontrollraum sollte mit Rettungswesten/Airbags ausgestattet sein, um die Anlagensicherheit durch rechtzeitiges Abschalten der Anlage und Rettung des Kontrollraumpersonals zu gewährleisten.
  • Im Kontrollraum sollten an geeigneten Stellen Öffnungen zur Ableitung von Stauwasser aus den Kabelgräben vorgesehen werden.
  • Zur Beseitigung des Hochwassers sollten tragbare dieselbetriebene Pumpen zur Verfügung stehen.
  • Der Kontrollraum sollte einen ordnungsgemäßen Zugang zum Dach erhalten, damit die Angestellten an einen sichereren Ort gebracht werden können, falls der Hochwasserpegel über 1,8 m ansteigt.
  • Angemessene Notfallscheinwerfer sollten zur Verfügung stehen, um eine gute Mobilität im Anlagenbereich im Falle eines kompletten Stromausfalls zu ermöglichen.
  • In der Anlage sollte die Verfügbarkeit von tragbaren Dieselgeneratoren mit geeigneter Auslegung bis hin zu wiederaufladbaren Walkie-Talkies (drahtlose Kommunikationsgeräte) und tragbaren Beleuchtungskörpern für derartige Notfälle sichergestellt sein.
  • Die Anlage sollte dahingehend untersucht werden, ob es möglich ist, einen Lagerraum über dem Kontrollraum für die Feuerwehrzentrale zu bauen, in dem die Notfall- und Lebensrettungsausrüstung für solche Zwischenfälle untergebracht werden kann.
  • Ein Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern sollte installiert werden, um den Trinkwasserbedarf von Mitarbeitern in der Anlage und im Wohnbereich decken zu können.
  • Die Höhe der Deichwand des Löschpumpenhauses sollte hochgezogen und dabei der Bezugspunkt des höchsten Wasserstandes im Anlagenbereich eingehalten werden.

Es wurde empfohlen, den „Bezugswasserstand“ des Anlagenstandorts (beruhend auf dem letzten Hochwasserereignis) zu markieren, um die geplante sichere Abschaltung der Anlage einzuleiten. Der markierte Hochwasserpegel ist jetzt im Notfallbereitschaftsplan und in den technischen Daten zum Betrieb der Anlage dokumentiert.

Vom Düngemittel-Geschäftsbereich wurde ein Katastrophenschutzplan für Hochwassernotfälle aufgestellt, der die im Fall einer Flutkatastrophe zu beachtenden Vorsichtsmaßnahmen und während sowie nach der Flutkatastrophe durchzuführenden Hauptaktivitäten klar definiert. Dieser Plan gilt für verschiedene Abteilungen in solchen Anlagen, beispielsweise Personal- und Verwaltungsabteilung, medizinische Abteilung, Produktionsabteilung, Mechanikabteilung, Elektro- und Geräteausstattungsabteilung sowie Bau-, Brand- und Sicherheits-, Labor- und Materialabteilung.

Das Dokument schreibt die Aufgaben jeder Abteilung vor, während und nach der Flutkatastrophe genau fest. Die Empfehlungen wurden in der Anlage umgesetzt, und man ist mit dem sorgfältig erstellten Katastrophenschutzplan gut darauf vorbereitet, Schäden aus Hochwassergefährdungen zu mindern.

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