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Stilllegungsmaßnahmen um Mitternacht abgeschlossen
Die Stilllegungsmaßnahmen waren bis Mitternacht abgeschlossen. Um 1.30 Uhr beobachtete ein Schichtleiter, dass Hochwasser durch die Regenwasserabflusskanäle in den Anlagenbereich eingedrungen war. Auch wurden die Funktionäre informiert, dass am 8. August 2009 bis zum Nachmittag Wasser in den in einer Höhe von 2,1 m gelegenen Wohnbereich eindringen würde. Am nächsten Tag war der Wasserpegel auf dem Anlagengelände deutlich erhöht und blieb für die nächsten drei Tage auf diesem Stand, weil in diesen drei Tagen ständig Wasser nachfloss. Die Kommunikationsanlage, einschließlich der Mobiltelefone, versagte vollständig. Die Angestellten saßen an ihren jeweiligen Plätzen in der Anlage fest, weil es keine Möglichkeit gab, durch das Hochwasser zu gelangen. Es fand absolute keine Kommunikation mehr statt, weder innerhalb noch außerhalb der Anlage.
Im Folgenden werden nun die einzelnen Maßnahmen, die das Anlagenpersonal gegen das Hochwasser und zur Bewältigung der potenziellen chemischen Katastrophe durchführten, beschrieben.
Maßnahmen vor der Katastrophe (d.h. bevor Hochwasser in das Anlagengelände eingedrungen ist):
Die Informationen, die das Anlagenpersonal über die Freisetzung von Wasser aus dem Damm von Ukai erhielt, veranlasste es, vorbereitende und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um Personen- und Sachschäden zu reduzieren. Es war gewährleistet, dass ausreichend Personal zur Verfügung stehen würde, um die sichere Abschaltung der Anlage zu versuchen. Nach Durchführung der erforderlichen Stilllegungsmaßnahmen befand sich das Personal in sicherer Höhe im Kontrollraum.
- Die gefährlichen Chemikalien, die heftig reagieren würden, wenn sie mit Wasser in Berührung kämen, wurden weiter nach oben verlagert.
- Das Auslöselogik-Abschaltsystem für Prozesskontrolle und sicheres Hoch- und Herunterfahren wurde ausgelöst, um eine sichere Abschaltung der Anlage im „Auto“-Betrieb zu gewährleisten.
- Zwei Notleuchten blieben aktiviert und waren betriebsbereit.
- Für das Schichtpersonal wurde Vorsorge in Bezug auf Nahrungsmittelpakete, Trinkwasser usw. getroffen.
- Für die Bediener im Feld wurden geeignete Hebel für die Absperrventile zur Verfügung gestellt, damit bestimmte Absperrventile im Notfall geschlossen werden konnten.
- Im Kontrollraum und in der Brandschutzzentrale wurden Atemschutzgeräte und Feuerlöscher in größerer Höhe aufbewahrt.
- Die Kommunikationsanlage wurde überprüft. Mängel wurden beseitigt.
- Die rotierenden Anlagen schalteten sich wegen eines Ausfalls der Stromversorgung ab, und es wurde sichergestellt, dass die Dieselgeneratoren, die im „Auto“-Betrieb starten würden, um sicherheitsrelevante kritische Einrichtungen mit elektrischer Leistung zu versorgen, funktionsbereit waren.
- Die Trennung der Hochdruckkreise (HP) von den Niederdruckkreisen (LP) erfolgte durch die Programmmatrixlogik, überwacht durch das dezentralisierte Steuerungssystem (DCS) mit der verfügbaren unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV). Gemäß Verfahrensanweisung (SOP) wurde der Druck in diesen Kreisen mit Synthesegas aufrechterhalten.
- Die Stilllegung der Krackanlagen (um Ammoniakgas in Synthesegas aufzuspalten) er-folge gemäß SOP und die Kühlung wurde beendet.
- Batterielimitierte Abschaltventile für Erdgasleitung, Dampfleitung usw. wurden manuell abgeschaltet.
- Die unterbrechungsfreie Stromversorgung für die Bedienkonsolen, die elektrische Versorgung für die Schalttafeln des Hauptschaltschranks und die Versorgung des Die-selgenerators wurden abgeschaltet. Die mit Diesel betriebene Löschwasserpumpe wurde angehalten.
Während der Katastrophe (d.h. nachdem Hochwasser in das Anlagengelände eingedrungen war):
In Bezug auf die Notfallmaßnahmen sind bestimmte Fehler begangen worden, zum Beispiel:
- Es fand ein kompletter Ausfall der Kommunikationsanlage sowohl innerhalb als auch außerhalb des Anlagengeländes statt.
- Aufgrund des ansteigenden Wasserpegels hatten das Anlagenpersonal und die anderen Rettungsmannschaften keine Bewegungsfreiheit mehr.
- Die Versorgung des im ersten Stock des Kontrollraums stationierten Personals mit Nahrungsmitteln war aufgrund des Hochwasserpegels und durch das Auftauchen giftiger Reptilien erschwert.
- Es gab keine Trinkwasserversorgung.
- Schlammwasser war im Erdgeschoss des Kontrollraums eingedrungen.
Szenario nach dem Hochwasser:
Das Hochwasser begann nach drei Tagen zurückzugehen. Das leitende Personal der Anlage konnte schließlich das Anlagengelände betreten und das Schichtpersonal, das drei Tage innerhalb der Anlage ausgeharrt hatte, ablösen. Es gab keine durch die Flutkatastrophe bedingten Todesfälle. Allerdings waren Sachverluste zu beklagen, weil die Einrichtungen beschädigt waren, z.B. Pumpenmotoren, Dieselgeneratorsets und die Trennkarte für den Bus des dezentralisierten Steuerungssystems (DCS). Die Motoren wurden abgekoppelt, gründlich gereinigt und mit einem dicken Lackanstrich versehen. Die Lager wurden ausgetauscht. Die Elektronikkarten des DCS wurden gereinigt, gründlich getrocknet und wieder eingebaut. Es gab bestimmte Maßnahmen, die oberste Priorität hatten, damit die Versorgung mit Trinkwasser und Elektrizität wiederhergestellt und die Kommunikationsanlage für die Anlage und den Wohnbereich wiederaufgebauten werden konnten. Es wurde ein Simulationstest für die Gerätekreis- und -abschaltlogik durchgeführt, um die Geräte auf ordnungsgemäße Kommunikation und Funktion entsprechend ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch zu überprüfen.
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