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Neuer möglicher MDI-Komplex

Steht Covestro kurz vor MDI-Investitionsprojekt?

| Redakteur: Gerd Kielburger

Um jährlich 5,5 Prozent wächst derzeit die weltweite MDI-Nachfrage. Plant Covestro jetzt eine weitere World-Scale-Anlage an einem seiner bestehenden Standorte? Das Archivbild zeigt die MDI-Anlage in Uerdingen.
Um jährlich 5,5 Prozent wächst derzeit die weltweite MDI-Nachfrage. Plant Covestro jetzt eine weitere World-Scale-Anlage an einem seiner bestehenden Standorte? Das Archivbild zeigt die MDI-Anlage in Uerdingen. (Bild: Covestro)

Einem Bericht des Branchenmagazins Chemcial Week (CW) zufolge steht der Materialkonzern Covestro offenbar kurz vor der Ankündigung einer weiteren Investition in eine MDI-Anlage im World-Scale-Maßstab an einem seiner bestehenden sechs MDI-Produktionsstandorte.

New York / USA – Wie es in dem CW-Bericht heißt, habe Daniel Meyer, Leiter des Covestro-Polyurethane-Geschäfts, dies vergangene Woche bei einem offiziellen Covestro-Termin zur CEO-Übergabe von Patrick Thomas an Dr. Markus Steilemann geäußert, ohne jedoch weitere Details zur Investitionssumme und Anlagendimension zu nennen. Meyer prognostizierte demnach ein jährliches Ansteigen der MDI-Nachfrage (Methylendiphenylisocyanate) von 5,5 %.

Dem CW-Bericht zufolge stehe der Covestro-Vorstand kurz vor der Genehmigung der Investition. Meyer habe bestätigt, dass es sich bei der Anlage um ein Projekt an einem der bestehenden Standorte handelt, da das Unternehmen bereits mehrere Debottleneckings an seinen produzierenden Anlagen umgesetzt habe und umsetze. CW-Annahmen zufolge könnte eine voll integrierte Anlage für die Produktion von 400.000 Tonnen MDI pro Jahr ausgelegt sein und etwa 1 Milliarde Euro kosten.

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Auf Nachfrage von PROCESS erfolgte zwar kein Dementi, aber das Unternehmen wollte sich zu keinen Zahlen äußern. Ein Unternehmenssprecher ließ durchblicken, dass die spekulierten Größenordnungen möglicherweise zu hoch gegriffen seien. Demnach sind aktuell noch keine Entscheidungen gefallen – auch wenn man angesichts eines durchschnittlichen Nachfragewachstum von 5 % insbesondere im Bereich MDI langfristig Bedarf für eine solche Anlage sieht. „Die Entscheidung werden wir in der nächsten Zeit treffen, eine neue Anlage würde allerdings erst in vier oder fünf Jahren in Betrieb gehen. Es gibt aber noch keine Aussage, in welcher Region diese Anlage gebaut wird. Das müssen wir genau analysieren, denn damit sprechen wir ein Commitment zu einer Region über die nächsten Jahrzehnte aus“, so die Klarstellung aus der Presseabteilung.

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Der Materialkonzern verfügte 2017 über eine MDI-Kapazität von 1,45 Millionen Jahrestonnen. Neben einer kleinen MDI-Beteiligung in Japan, verteilen sich diese Kapazitäten auf die beiden deutschen Produktionsstätten Uerdingen (200.000 Jato) sowie Brunsbüttel, bei der sich die Kapazität bis Anfang nächsten Jahres auf 400.000 Jato verdoppelt wird, sowie auf die Standorte in Baytown/Texas (330.000 Jato), Tarragona/Spanien, wo das Unternehmen ebenfalls gerade seine MDI-Kapazität um 50.000 Jahrestonnen bis 2022 auf 220.000 Tonnen jährlich erhöhen wird sowie im chinesischen Caojing bei Shanghai. Dort soll der MDI-Komplex bis 2021 von 490.000 auf 600.000 Jahrestonnen ausgebaut werden.

Erst vergangene Woche hatte Marktbegleiter BASF die Prüfung eines weiteren Verbundstandortes in China bekanntgegeben. Nach der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Japan könnte aber auch dort ein möglicher japanischer Standort interessant werden.

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