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Sprühgranulation

Sprühgranulation verleiht Feststoffen die gewünschten Eigenschaften

| Autor / Redakteur: Dr. Michael Jacob / Anke Geipel-Kern

So unterschiedlich wie die Optik sprühgranulierter Produkte können auch deren Eigenschaften sein.
So unterschiedlich wie die Optik sprühgranulierter Produkte können auch deren Eigenschaften sein. (Bilder: Glatt)

Rieselfähig, staubfrei und gut dosierbar – damit punkten Granulate, die durch die Sprühgranulation in der Wirbel- oder Strahlschicht entstehen. Das Produktdesign lässt sich verfahrenstechnisch gezielt beeinflussen.

Ob für die nachfolgende Weiterverwendung als Feststoff in Waschmitteln, Lebens- oder Futtermitteln oder für die Erhöhung der Stabilität bei chemischen Substanzen, wie z.B. die Reduzierung des Zersetzungsrisikos, ob für die Reduktion des Volumens zur Erleichterung von Transport- und Lagerbedingungen, für das Herstellen von stabilen Mehrkomponetensystemen z.B. für Keramiken oder Katalysatoren oder auch für die Minimierung von Gefahrenpotenzialen – eine Vielzahl industrieller Anwendungen fordert, ein oder auch mehrere als Flüssigkeiten vorliegende Rohstoffe oder Substanzen in eine langzeitstabile feste Produktform mit genau definierten Eigenschaften zu überführen.

Sprühgranulationsprozesse in der Wirbelschicht und Strahlschicht bieten hier Lösungsansätze, um fließfähige Granulate direkt aus der Flüssigkeit herzustellen. Das Verfahren kann für eine Vielzahl von Stoffsystemen, Anwendungen und Industriezweigen eingesetzt werden, da sich die Produkteigenschaften durch die Wahl der verfahrenstechnischen Parameter sowie der technischen Konfiguration der Anlage variieren lassen. Sprühgranulierte Produkte zeichnen sich üblicherweise durch folgende Eigenschaften aus:

  • Staubfreiheit, Abriebfestigkeit
  • Rundheit, enge Korngrößenverteilung;
  • sehr gute Riesel- und Fließfähigkeit;
  • hervorragende Dosiereigenschaften;
  • kompakte Struktur bei oft nahezu geschlossener Oberfläche;
  • eine infolge der im Vergleich zu Pulvern oder Agglomeraten geringeren spezifischen Oberfläche niedrigen Hygroskopizität;
  • hohe Schüttdichte im Vergleich zu Pulvern oder Agglomeraten,
  • Vielseitigkeit in der Anwendung.

Derartige Produkteigenschaften werden in nahezu allen Wirtschaftszweigen benötigt. Beispielsweise werden in der Lebensmittelindustrie Phosphate, Stabilisatoren, Additive, Süßstoffe, Fettsäuren oder Aromen sprühgranuliert. Die chemische Industrie nutzt den gleichen Prozess für Waschmittelkomponenten, Parfüme, Silikate, diverse Salze bzw. Salzgemische und Spezialchemikalien hoher Reinheit.

Im Düngemittelbereich lassen sich sehr innovative Produkte effektiv herstellen wie Mehrkomponenten- oder Spezialdünger. Auch komplexe Stoffsysteme wie Pflanzenschutzmittel, Keramiken, Katalysatoren, Glaskomponenten werden durch Sprühgranulation getrocknet. Weitere Anwendungsfelder findet der Prozess auch bei der Behandlung thermisch empfindlicher Produkte wie beispielsweise Enzyme, Proteine, Hefen oder Mikroorganismen.

Hierfür kommt dann vorzugsweise die Strahlschichttechnologie (Bauform ProCell) zur Anwendung, da dort – im Vergleich zur klassischen Wirbelschicht – mit deutlich geringeren Verweilzeiten im Apparat gearbeitet werden kann. Weiterhin kann Sprühgranulation für Aktiv- oder Wirkstoffe unterschiedlichster Art und Herkunft eingesetzt werden. So können u.a. Wirkstoffe für pharmazeutische Anwendungen unmittelbar im Anschluss an die chemische Synthese zu Granulaten verarbeitet werden.

Auf der nächste Seite erfahren Sie, wie die Sprühgranulation funktioniert

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