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Exzenterschneckenpumpen

Spezielle Bauform ermöglicht Wartung von Exzenterschneckenpumpen mit minimalem Aufwand

| Redakteur: Jörg Kempf

Pumpsysteme stellen in vielen Anwendungen einen zwar unscheinbaren, aber essentiellen Prozessbestandteil dar. Spätestens, wenn eine dringende Wartung ansteht, die Pumpe aus der Leitung ausgebaut und die Anlage gestoppt werden muss, bekommt dies jeder Betreiber schmerzlich zu spüren. Doch es geht auch anders.

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„Full Service in Place“ – dieses bei Drehkolbenpumpen bereits erfolgreiche Konzept hat Netzsch jetzt auch auf seine Exzenterschneckenpumpen übertragen. Den Betreiber-Geldbeutel freut’s, denn Zeit ist Geld ...
„Full Service in Place“ – dieses bei Drehkolbenpumpen bereits erfolgreiche Konzept hat Netzsch jetzt auch auf seine Exzenterschneckenpumpen übertragen. Den Betreiber-Geldbeutel freut’s, denn Zeit ist Geld ...
( Bild: Netzsch Pumpen & Systeme; © pogonici/Fotolia.com )

Herzstück der Exzenterschneckentechnologie ist die präzise Geometriepaarung eines feststehenden Stators mit einem sich darin oszillierend drehenden Rotor. Durch die exakte Abstimmung beider Komponenten ergeben sich bei der Rotation Förderkammern, in denen das Medium schonend und pulsationsarm von der Saug- zur Druckseite bewegt wird. Viskosität und Konsistenz des Stoffes sind dabei für die Pumpenleistung unerheblich. Zudem gewährleistet die dichtende Linie zwischen Rotor und Stator, die sich über deren ganze Länge zieht, dass die Kammern in sich abgeschlossen sind. Auf diese Weise werden nicht nur Druckschwankungen vermieden, gleichzeitig wird auch eine hohe Dosiergenauigkeit von unter drei Prozent erreicht. Die transportierte Menge an Fördergut lässt sich dadurch in Abhängigkeit von der Drehzahl stufenlos regulieren, je nach Situation kann sogar direkt aus der Pumpe dosiert werden.

Diese Leistungen der Exzenterschneckenpumpe hatten bisher allerdings einen gewissen Preis: Die Wartung der Förderelemente war mit einem hohen Aufwand verbunden. So musste zur Entnahme des Rotors und Stators die gesamte Pumpe aus der Leitung ausgebaut werden. Um die Förderelement wechseln zu können, musste der Endstutzen abgebaut, der Stator vom Rotor abgezogen und der Antriebsstrang demontiert werden. Bei der Positionierung der Pumpe musste deshalb an die Ausbaulänge gedacht und genug Raum nach vorne freigehalten werden. Aufgrund dessen war jeder größere Eingriff in die Pumpe mit längerem Stillstand, Produktionsausfall und Personalaufwand verbunden.

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Um hier eine wesentlich bequemere und effektivere Lösung zu schaffen, orientierten sich die Ingenieure von Netzsch Pumpen & Systeme am Beispiel der T2-Drehkolbenpumpe. Bei dieser können mit wenigen Handgriffen die gesamte Front abgenommen, die Spann-Fixierung der Kolben gelöst und so der ganze Innenraum bis zu den Flanschanschlüssen freigelegt werden. Die Pumpe muss nicht aus der Rohrleitung ausgebaut werden, alle Arbeiten können direkt vor Ort stattfinden. Der Pumpenexperte spricht daher vom „Full Service in Place“ (FSIP)-Konzept, das die Dauer von Wartungsmaßnahmen deutlich verkürzt und Ressourcen sowie Kosten reduziert. Dank dieser Eigenschaften werden solche Pumpen inzwischen vor allem für verschleißintensive Medien oder schwierige Bedingungen bevorzugt eingesetzt, da sie die unvermeidlichen Arbeiten am Gerät stark vereinfachen.

Rotorwartung der nächsten Generation

Exzenterschneckenpumpen verfügen jedoch über keine vergleichbare Front, die einfach entfernt werden kann. Um das FSIP-Prinzip auch bei diesem Pumpentyp umsetzen zu können, wurde daher stattdessen ein spezieller Inspektionsdeckel entwickelt und in die Konstruktion implementiert. Der Deckel wird von fünf Schrauben gehalten, die sich ganz ohne Spezialwerkzeug in kürzester Zeit lösen lassen. Dennoch wurde bei der Gestaltung darauf geachtet, dass er sowohl bei hohen Drücken wie auch bei einer vertikalen Aufstellung der Pumpe zuverlässig schließt.

Die Wartungsöffnung liegt dort, wo der Stator an das Pumpengehäuse anschließt. Durch das Abnehmen des Deckels erhält man so Zugriff auf eine Schalenkupplung, die das Gelenk am Rotor mit der Kuppelstange verbindet. Hier reicht es, eine Schraube zu lösen, um das Rotor-Stator-Element von der Kuppelstange zu trennen. Anschließend lässt sich die rotierende Einheit einfach herausheben, und der Pumpeninnenraum ist von Flansch zu Flansch frei zugänglich.

Da sämtliche Teile seitlich entnommen werden, statt am Ende der Pumpe, wird für den Ausbau kaum Platz benötigt. Die früher obligatorische Ausbaulänge entfällt, wodurch sich der erforderliche Einbauraum stark verkürzt – ein wichtiger Faktor für die meist recht langen Exzenterschneckenpumpen.

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