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PROCESS vergleicht Energiemanagementsysteme

Spannung gesucht – dem Energieverbrauch auf der Spur

| Autor: Wolfgang Ernhofer

(Quelle: Fotolia © jelwolf/sunt)

Energiemanagement – ein Wort, viele Bedeutungen. Vom Monitoring über Controlling bis zum Energiemanagement ist es ein steiniger Weg. Wer aber wettbewerbsfähig bleiben will, kommt daran nicht vorbei.

BASF, Bayer, Clariant, Evonik und Wacker – alle haben es: ein Energiemanagementsystem. Für die Großen der Branche ist es seit Jahren selbstverständlich über Stromabnahme und genauen -verbrauch informiert zu sein. Schließlich müssen Prozesse laufend optimiert werden, um gesetzlich gefordertes Energiemanagement dauerhaft erfüllen zu können.

So wie bei Wacker: Der Müncher Chemiekonzern hat schon im Jahr 2006 das Projekt Power Plus ins Leben gerufen und seitdem an vielen Stellschrauben gedreht, um effizienter zu produzieren und das Energiebewusstsein der Mitarbeiter zu fördern. Das Energiemanagement-Team des Unternehmens hat es geschafft, den Energieverbrauch bis 2012 um 22 % zu reduzieren, bis 2022 soll er um weitere 11 % sinken. Dazu nutzt das Unternehmen u.a. Wasserkraft, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und verbesserte Verteilungsprozesse.

Vor allem die Kleinen leiden unter den Kosten der Energiewende

Dem Vorbild von Wacker folgen auch viele Mittelständler, die von EEG-Umlage und steigender Stromsteuer härter betroffen sind, als die großen Konzerne. Obwohl Verbände wie der VCI nicht müde werden, fehlende Einsicht der Politik für die Belange der energieintensiven Prozessindustrien zu beklagen, profitieren Großabnehmer von sinkenden Strompreisen an der Börse und der Härtefallregelung.

Das belegt auch die Strompreisanalyse vom Mai 2013 des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, die besagt, dass der reine Versorgeranteil des Industriestroms, also die Kosten für Erzeugung, Transport und Vertrieb ohne Steuern, Abgaben und Umlagen, gesunken sind. Im Jahr 2012 berechneten die Experten den durchschnittlichen Strompreis für Industrieabnehmer, die zwischen 70 und 150 GWh/a verbrauchen, mit 6,48 Cent/kWh.

Gestiegen ist jedoch die Belastung durch Umlagen und Steuern, vorausgesetzt die Unternehmen profitierten nicht von Spitzenausgleich und EEG-Umlage. Gerade das trifft auf die meisten kleinen und mittelständischen Chemiebetrieb zu, denen der VCI mit der EU-Initiative Spice3 unter die Arme greifen will. Die Initiative soll Wissensaustausch fördern und Energieeffizienz-Programme vorantreiben. Denn der Bedarf ist da. Von den 1600 VCI-Mitgliedsfirmen sind lediglich 60 Unternehmen an 80 Standorten von der EEG-Umlage befreit. Den Rest trifft die volle Härte der Energiewende.

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