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PROCESS vergleicht Energiemanagementsysteme

Spannung gesucht – dem Energieverbrauch auf der Spur

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Energiespitzen kappen

Ein weiteres Beispiel für den vorausschauenden Umgang mit Strom liefert Merck. Der Darmstädter Konzern investiert 27 Millionen Euro in ein Energie-Projekt. Am Stammsitz wurde gerade der Grundstein für eine Energiezentrale gelegt. Im Rahmen des konzernweiten Veränderungsprogramms „Fit für 2018“ will der Konzern den Standort stärken – Energieeffizienz sei ein Schlüssel zum Erfolg. Bis 2020 sollen die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen um 20 % gesenkt werden.

Mithilfe der neuen Energiezentrale, die Strom, Druckluft und Wärme erzeugt, will der Pharma- und Chemiekonzern den Ausstoß von CO2-Emissionen um ca. 2500 t/a reduzieren. Der Clou sind Eisspeicher, die teure Stromspitzen abfangen sollen. Diese Ausschläge im Stromverbrauch kommen immer dann zustande, wenn mehrere Anlagen zeitgleich anspringen, oder viele energieintensive Komponenten wie Kompressoren laufen.

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Spitzenlastmanagement und vorausschauendes Handeln

Eine weitere Möglichkeit Energiepeaks zu vermeiden, ist Spitzenlastmanagement „durch automatisiertes und priorisiertes Abschalten einzelner Komponenten“, sagt Engelbert Lang von Siemens. Der Leiter Professional Services Energy Management bei Siemens Industrial Automation Systems empfiehlt ein umfangreiches System mit genügend Messstellen und einer Matrix der KPI-Ebenen.

Für solche Bedürfnisse ist Simatic B.Data konzipiert. Das System verbessert die Energiebetriebsführung, Kosten können Verbrauchern zugeordnet, der Energieeinkauf optimiert werden und der Anwender kann schnell in Prozesse eingreifen. Je nach Aufwand müssen die Unternehmen bei laufenden Anlagen aber bereit sein, Komponenten für viel Geld mit Messtechnik nachzurüsten. Einen Datenpunkt mit Simatic B.Data einzurichten, kostet ca. drei Euro, die Messtechnik kostet ein vielfaches.

„Bei Green-Field-Projekten fällt es natürlich leichter, von vornherein die nötige Messtechnik für ein Energiemanagementsystem zu integrieren“, sagt Lang, aber auch bei laufenden Anlagen sei es möglich, die Komponenten entsprechend nachzurüsten. Der Siemensianer ist von einem ganzheitlichen Ansatz überzeugt: „Wir erklären den Betreibern, dass kurzfristige Maßnahmen für einen langanhaltenden Effekt nicht so wirkungsvoll sind. Viel wichtiger ist, wo er mit seinen Anlagen morgen stehen will. Entscheidend ist vorausschauendes Handeln“.

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