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Ifat 2018 im Zeichen von Digitalisierung

So verändert Digitalisierung die Wasserver- und die Abwasserentsorgung

| Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Die digitale Wasserwirtschaft schwimmt sich frei.
Die digitale Wasserwirtschaft schwimmt sich frei. (Bild: ©Konstantin Hermann - stock.adobe.com)

Auch die Ifat in München (14.–18. Mai) wird es zeigen: Die digitale Transformation stellt die Weichen in Richtung einer smarten Wasser- und Abwasserwirtschaft. Prozesse werden schlanker, effizienter und transparenter. Ein Blick auf den aktuellen Stand der Dinge – manches ist bereits praktisch umgesetzt, anderes wird erprobt, vieles theoretisch angedacht ...

Wo steht die Wasserwirtschaft in Sachen Digitalisierung? Julia Braune, Geschäftsführerin des Unternehmens- und Forschungsnetzwerks German Water Partnership (GWP) beschreibt das so: „Während die Vernetzung zur Steuerung von Pumpen bereits weit fortgeschritten ist, bietet die umfängliche Vernetzung von Anlagenteilen mittels Sensoren, beispielsweise zur Analytik, ein weiterhin großes Potenzial. Die immer bessere Kommunikation zwischen wasserwirtschaftlichen Anlagen, wie Brunnen, Wasserwerk und Trinkwassernetz, kann sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Energie- und Ressourceneffizienz optimieren.“

Mit Fragen der Digitalisierung beschäftigt sich vertieft der GWP-Arbeitskreis Wasser 4.0. Erste Erkenntnis: die Um- und Neustrukturierung von Prozessen und Systemen im Zusammenhang mit der Digitalisierung, einschließlich des Verständnisses bei Mitarbeitern und Partnern dafür, benötigen Zeit. Dazu zählt auch das Experimentieren mit neuen Geschäftsmodellen. Es braucht eben eine gewisse Entwicklung, um die bisherige konventionelle Geschäftsstrategie mit einer konkreten Nutzung digitaler Technologien zu durchziehen. Doch gibt es bereits vielversprechende Leuchtturm-Projekte.

Hamburg Wasser hat z.B das unternehmensweite Projekt „Wasserwirtschaft 4.0“ aufgesetzt. Schwerpunktmäßig befasst es sich mit technischen Innovationen der Arbeitsprozesse und des Anlagenbetriebs und sucht Lösungen, die auf IIoT oder cyberphysischen Systemen basieren. Ziel ist die Effizienzsteigerung der Prozesse. Hier sieht das Unternehmen Potenzial in den gerade entstehenden technischen Lösungen, die aufgrund der Geschwindigkeit oft noch kein technischer Standard in der Branche sind. In diesem Projekt werden nicht vorrangig eigene Lösungen erarbeitet, sondern welche gesucht, die die Praxisreife bereits bewiesen haben. Dazu bedarf es nicht nur einer technischen Verknüpfung von Daten und IT-Systemen sondern vor allem auch einer Vernetzung der beteiligten Menschen, also der Fachleute aus verschiedenen Disziplinen, Fachbereichen und Unternehmen.

Auch der Wupperverband ist in Sachen Digitalisierung kräftig unterwegs: „Die digitale Transformation der verwaltungs- und wasserwirtschaftlichen Prozesse eröffnet uns einerseits viele neue Handlungsfelder und stellt uns andererseits vor Herausforderungen. Die Weiterentwicklung workflowgestützter Organisationsprozesse und die sichere, intelligente Vernetzung der Automatisierungssysteme unserer kritischen Infrastrukturen, wie Talsperren und Klärwerke, sind zentrale Bestandteile auf dem Weg in Richtung Wasserwirtschaft 4.0. Die Arbeitswelt wird sich dadurch nachhaltig verändern“, so Christian Cichowski, Bereichsleiter Informationstechnik beim Wupperverband.

Um die Vernetzung der Abwasseranlagen weiter zu optimieren, versucht der Wupperverband z.B. in Schwelm in Zusammenarbeit mit den Technischen Betrieben die Steuerung der verschiedenen Stauräume im Kanalnetz eng mit der Steuerung der Kläranlage zu verknüpfen. So können Stoßbelastungen der Kläranlage vom Kanalnetz abgefedert werden, die Reinigungsleistung gesteigert und die Belastung des Gewässers weiter reduziert werden.

„Bei Sanierungs- und Optimierungsprojekten ist die größte Herausforderung, das Alte mit dem Neuen so zu verbinden, dass am Ende eine flexible Anlage entsteht, die den Anforderungen der Zukunft gewachsen ist. Die Kläranlage der Zukunft betreibt nicht nur Abwasserreinigung, sondern auch Energieerzeugung und muss sich den ständigen Änderungen der äußeren Einflüsse anpassen können“, sagt Miriam Hachenberg, Projektleiterin beim Wupperverband.

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