Ifat 2018 im Zeichen von Digitalisierung

So verändert Digitalisierung die Wasserver- und die Abwasserentsorgung

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Wenn die Pumpe sich selbst meldet

Die Digitalisierung der Wasserwirtschaft ist auch für Pumpenanbieter ein Kernthema – kein Wunder, betrachtet man die Vielzahl der Einsatzbereiche in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Im Folgenden einige Beispiele:

Ein Wasser- und Abwasserversorgungsunternehmen in Michigan entschied sich kürzlich beim Aufrüsten einer Pumpstation für Flygt Concertor, Xylems intelligentes Pumpensystem. Dank des Systems, das seine Leistung in Echtzeit an die Betriebsbedingungen anpasst, gehören Wartungseinsätze der Vergangenheit an und die Anzahl der Ersatzpumpen, die das Versorgungsunternehmen auf Lager haben muss, hat sich drastisch reduziert.

Grundfos hat die Chemicals-App entwickelt. Hintergrund ist das für Kunden aus dem Bereich Wasseraufbereitung und Chemikalien-Distribution leidige Problem, dass Gebinde beim Anschluss an Dosierpumpen verwechselt werden. Die Chemicals-App stellt sicher, dass nur zuvor über die Cloud frei gegebene Gebinde von der Dosierpumpe akzeptiert werden.

Eine strategische Chance sieht KSB in der additiven Fertigung (3D-Druck). In diesem Bereich sei KSB in der Pumpenindustrie das weltweit führende Unternehmen, sagt Stephan Timmermann, geschäftsführender Direktor der KSB Management. Im Werk Pegnitz sind bereits drei Laserschmelz-Anlagen installiert – die neue Technik berge insbesondere Vorteile bei der Entwicklung von Prototypen, vor allem aber bei der Ersatzteilbeschaffung. Gegenüber herkömmlichen Fertigungsmethoden könnten mit 3D-Druck 30 Prozent der Kosten und etwa 40 Prozent der Zeit eingespart werden. Das sei vor allem für Kunden von Bedeutung, wenn diese nicht monatelang auf ein Ersatzteil warten können – für große Netz- und Abwasserpumpen sicher ein relevanter Punkt.

IT-Security als ernste Herausforderung

Klar ist: Die Informationstechnologie ist heute aus der Wasserwirtschaft nicht mehr weg zu denken. Sie birgt aber auch Gefahren. Im schlimmsten Fall können komplette Ver- und Entsorgungseinrichtungen lahm gelegt werden. Ein wirksamer Schutz der IT vor Ausfällen oder kriminellen Attacken ist auch in der Wasserwirtschaft entscheidend, denn bei ihrem Versagen ist die gesamte Daseinsvorsorge berührt.

Das Verbundprojekt Aqua-IT-Lab (Labor für IT-Sicherheit bei Wasserversorgern) will neue Lösungsansätze insbesondere für kleine und mittlere Betreiber kritischer Infrastrukturen entwickeln. Die Sicherheit existierender Systeme soll mit einem für die Betreiber vertretbaren Aufwand untersucht werden. Für kleine Betreiber wird dazu ein Schnelltest erarbeitet. Für mittlere Betreiber wird in einem Labor eine Testumgebung mit einer Kombination von typischen Computer-, Leit- und Steuerungssystemen eingerichtet. Simulationsprogramme erlauben dabei eine genaue Untersuchung und detaillierte Sicherheitstests, ohne in den laufenden Betrieb der Anlagen eingreifen zu müssen. Aus den so gewonnenen Einsichten sollen angepasste, ressourcenschonende und ganzheitliche Maßnahmenpakete für eine Verbesserung der IT-Sicherheit bei den Betreibern abgeleitet werden.

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Fazit: Die digitale Transformation zeigt exemplarisch, dass technischer Fortschritt durchaus janusköpfig sein kann: Auf der einen Seite bietet die Digitalisierung bemerkenswerte Produktivitäts-, Qualitäts- und Kostenvorteile; die ebenfalls gefeierte Transparenz ist zugleich der Schlüssel für unerwünschte externe Einflussnahmen. Mit dem Restrisiko ‚Cyber-Angriffe‘ werden wir wohl leben müssen.

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