Pharmaanlagen So machen modulare Konzepte Pharmaanlagen flexibler

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Zwei Trends beherrschen den gegenwärtigen Pharmamarkt. Während in den Emerging Markets der Anstieg von Generika ungebrochen ist, bestimmen in den entwickelten Märkten Herausforderungen wie hochpotente Wirkstoffe sowie flexible Mengen das Geschehen. Im Gespräch mit PharmaTEC zeigen Dr. Jérôme Freissmuth, Christian Treitel und Uwe Harbauer von Bosch Packaging Technology, Produktbereich Pharma, Wege auf, wie sich diese Anforderungen meistern lassen.

Firmen zum Thema

Haben angesichts der guten Aussichten in 2013 gut lachen: Dr. Jérôme Freissmuth, Christian Treitel und Uwe Harbauer (von links nach rechts)
Haben angesichts der guten Aussichten in 2013 gut lachen: Dr. Jérôme Freissmuth, Christian Treitel und Uwe Harbauer (von links nach rechts)
(Bild: Mühlenkamp)

PharmaTEC: Herr Dr. Freissmuth, inwiefern spüren Sie die einleitend beschriebenen Trends in Ihrer täglichen Arbeit?

Freissmuth: Diesen Herausforderungen müssen wir uns tatsächlich jeden Tag stellen. Beispielsweise gibt es den klaren Willen der chinesischen Regierung, eine medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung sicher zu stellen. Seit dem Jahr 2000 wird dies nach und nach umgesetzt und äußert sich in entsprechenden Aufträgen in Anlagen für Pharmaverpackungen. Dabei sollte man die Herstellung von Generika nicht mit einer einfachen Produktion gleichstellen. Teilweise werden auf den Anlagen z.B. Zytostatika produziert, die eine komplexe Anlagentechnologie mit Isolatoren nach sich zieht.

In den entwickelten Märkten ist die Produktion von zielgerichteten und personalisierten Wirkstoffen inzwischen in der Praxis angekommen. Hier sind Onkologika und Antirheumatika gute Beispiele. Die Folgen für den Anlagenbau sind sichtbar: Früher hat man Tonnen von einem Arzneimittel produziert, heute liegt das gleiche Medikament vielleicht bei einigen hundert Kilogramm. Das erfordert die entsprechende Flexibilisierung der Anlage. Und natürlich kommen auch Impulse aus der Verpackungstechnologie selbst. Mittlerweile sind vorsterilisierte Glascontainer, z.B. für Spritzen, im breiten Einsatz.

Bildergalerie

PharmaTEC: Inwiefern spüren Sie die Unsicherheiten durch die Finanzkrise?

Harbauer: Wir spüren wenig Einfluss auf die Verpackungsbranche und insbesondere keinen auf den Pharmabereich. 2012 war ein recht gutes Jahr für die Verpackung und ein noch besseres für Pharma.

Treitel: Natürlich ist die Situation in den einzelnen Regionen unterschiedlich. In Europa sehen wir ein geringeres Wachstum, in den Emerging Markets ein hohes. Damit meinen wir nicht nur Asien, sondern ebenso Südamerika, Afrika und den Nahen Osten.

Freissmuth: Interessant ist, dass der amerikanische Markt wieder in Bewegung kommt. Lange Zeit verfolgte die amerikanische Pharmaindustrie konsequent Outsourcingkonzepte in der Produktion. In jüngster Zeit kam es zu erheblichen Versorgungsengpässen, so dass man die Produktionen wieder zurückholt und zudem in komplexe Anlagen investiert. Ebenso investieren amerikanische, aber auch europäische Pharma-Konzerne gezielt in Emerging Markets wie China, um am lokalen Wachstum zu partizipieren und die Produktionskapazität für die weiteren Märkte zu nutzen.

(ID:37769930)