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Digitalisierung

So digital ist die Prozessindustrie

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Industrie 4.0-Plattform zum Anfassen auf dem Smart Process Manufacturing Kongress – Mit der neuen, vernetzten Industrie 4.0-Plattform, springt die Chemie auf den Digitalisierungszug auf. Vorausschauende Instandhaltung und Fernwartung sind zum Greifen nah: Stellventile und Durchflussregler melden ihre Verschleißdaten in Echtzeit in die Cloud und der Techniker bleibt über eine App auf dem Laufenden.

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Eine Plattform für Industrie 4.0 in der Chemie: BASF, SAP, Pepperl+Fuchs, Samson und Endress+Hauser präsentierten Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam die Möglichkeiten der Digitalisierung.
Eine Plattform für Industrie 4.0 in der Chemie: BASF, SAP, Pepperl+Fuchs, Samson und Endress+Hauser präsentierten Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam die Möglichkeiten der Digitalisierung.
(Bild: Maurice Weiss BMWi/Ostkreuz)

Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel war beeindruckt. Statt der im Protokoll vorgegebenen drei Minuten widmete die Physikerin auf dem Digital-Gipfel im Pfalzbau in Ludwigshafen ganze zehn Minuten der ersten digital vernetzten Industrie 4.0-Maintenanceplattform der Prozessindustrie.

Projekt mit großer Tragweite

Tatsächlich ist die Tragweite dessen, was die Kooperationspartner BASF, SAP, Pepperl+Fuchs, Samson und Endress+Hauser auf die Beine gestellt haben, immens und gleicht einer kleinen Revolu­tion. Denn so viel Transparenz und Offenheit gab es unter Automatisierungsunternehmen selten: Hersteller, Dienstleister und Anlagenbetreiber teilen über das in der Plattform verwendete SAP Asset Intelligence Network (AIN) ihre Daten in der Cloud.

In Zukunft nämlich sollen auf der Plattform gesammelte Daten die Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Betreiber verbessern und neue Geschäftsmodelle ermöglichen.

Virtuell abgebildet und vernetzt ist der Ausschnitt einer Butadien-Anlage, die in Realität auf der Friesenheimer Insel in den Himmel wächst und als zentrale Verbundanlage direkt mit den beiden Steamcrackern verbunden ist. Die Feldgeräte in der Anlage sammeln in Echtzeit Daten und übermitteln kontinuierlich Zustands- und Diagnosedaten.

Die App bringt Mehrwert

Router und Gateways sammeln die Daten und senden sie zur Industrie 4.0-Plattform. Über eine App können Instandhaltungsmitarbeiter dann beurteilen, ob eine Wartung nötig ist oder Stellventil, Durchflussmessgerät oder andere Apparaturen auszufallen drohen, weil die Geräte schneller als erwartet verschleißen. So sollen gezielt Wartungsbedarf ermittelt, entsprechende Arbeiten besser geplant und Anlagenstillstände reduziert werden.

Dabei setzt jeder Projektpartner eigene Schwerpunkte. Beispielsweise setzt Endress+Hauser die Heartbeat-Technologie ein. „Anlagenbetreiber gewinnen die Möglichkeit, neue Diagnose- und Prozessparameter zu überwachen und Trends der Messung eindeutig zu visualisieren. Geräteabnutzung durch Korrosion, Abrasion oder Ablagerung wird frühzeitig erkannt.

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Die IoT-Konnektivität der verwendeten Durchflussmessgeräte ermöglicht eine einfache Integration der Daten bis in die Cloud“, erläutert Marco Colucci, Leiter Produktmanagement Plattformen und Digitalisierung beim Mess­technik-Spezialisten. Damit biete man den Kunden nicht mehr nur das reine Durchflussmessgerät zur Messung an, sondern liefere mit den Daten noch zusätzliche, wertvolle Informationen über seinen Prozess, erklärt Dr. Bernd-­Josef Schäfer, Managing Director Endress+Hauser Flowtec.

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