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Filtertechnik

Sinterlamellenfilter sorgt für staubfreie Prozesse über Jahre hinweg

| Redakteur: Tobias Hüser

Abrasive, feine oder toxische Stäube – jedes Medium hat seine Besonderheiten. Allen gemein ist, dass ein Versagen des Filtermediums Mensch und Maschine gefährdet und der Umwelt schadet. Wie auch bei extrem abrasiven Produkten eine wirtschaftliche Lösung möglich ist, zeigt ein Praxisbeispiel.

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Bei der Herstellung von Tabularoxid entstehen große Mengen abrasiver Stäube, die sicher entsorgt werden müssen.
Bei der Herstellung von Tabularoxid entstehen große Mengen abrasiver Stäube, die sicher entsorgt werden müssen.
(Bild: Herding)

Bei der Auslegung einer Filteranlage muss eine ganze Reihe an Anforderungen betrachtet werden, beispielsweise die Frage nach dem Filtermedium, Oberflächen- oder Tiefenfiltration, die räumlichen Gegebenheiten und Aspekte des Explosionsschutzes. Die Besonderheit einer jeden Herding-Anlage ist der patentierte und von Herding entwickelte Sinterlamellenfilter, der als Starrkörperfilter ausgebildet ist.

Die aus Polyethylen gesinterten Filtermedien sind verschleißarm und werden produktspezifisch beschichtet, sodass auch bei feinsten Stäuben die Reingaswerte unter 0,2 mg/m3 liegen. Die Filterelemente bestehen im Grundkörper aus gesintertem Polyethylen (PE), in dessen Oberflächenporen eine Beschichtung mit Polytetrafluorethylen (PTFE) eingearbeitet ist. Das verhindert das Eindringen von Staub in das Filterelement. Es handelt sich somit um eine reine Oberflächenfiltration.

Sicherheitsrisiko ausbalanciert

Im Gegensatz zu herkömmlichen Filtern, die meist nach dem Prinzip der Tiefenfiltration arbeiten, können sich die Sinterlamellenfilter nicht zusetzen und so mehrere Jahre ohne Betriebsunterbrechung im Einsatz bleiben. Das spart Folgekosten und Betriebsunterbrechungszeiten. Aufgrund ihrer Struktur sind die Risiken von Staubdurchbruch zudem gering, und Mensch und Maschine sind vor Staub geschützt. Damit sorgen sie auch aus Kostensicht für eine Balance zwischen Wartungsaufwand und Sicherheitsrisiko.

Seine Stärken spielte der Filter beispielsweise bei der Produktion von Tabularoxid aus. Tabularoxid wird besonders bei der Erzeugung von Sanitär- und Hochleistungskeramik und für die Auskleidung von Schmelzwannen und Hochöfen geschätzt. Das hochgesinterte Aluminiumoxid (Al2O3) wird immer dann eingesetzt, wenn eine besonders hohe Verschleißfestigkeit gefragt ist. Um eine Größenordnung zu nennen: Im Härtevergleich der Mineralien rangiert es in der Gruppe 9 der Mohs’schen Härteskala und wird nur übertroffen von Diamant, der in die Gruppe 10 eingeordnet ist.

Dabei ging es dem Betreiber nicht nur darum, die großen Staubmengen zurückzugewinnen, da es sich um hochwertige Ausgangsstoffe handelt. An erster Stelle mussten die Stäube zum Schutz der Arbeitnehmer, der Maschinen und der Umwelt auch aus der Prozessluft abgeschieden werden. Die bisherigen Lösungen arbeiteten nicht optimal, da die Filtersysteme permanent gewartet und einzelne Komponenten, inklusive der Filtermedien, häufig ersetzt werden mussten.

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