Sicherheitsrelais SIL3-Sicherheitsrelais zur funktional sicheren Abschaltung von Anlagen in korrosiver Atmosphäre

Autor / Redakteur: Joachim Janik / Dr. Jörg Kempf

Ob Säuren, Schadgase oder Feuchtigkeit: In der Prozessindustrie hat es die empfindliche Elektronik von Sicherheitssystemen nicht leicht. Als Folge kann das Sicherheits-Integritätslevel (SIL) – oft schleichend und unbemerkt – sinken, bis hin zum kompletten Schutzausfall. Lesen Sie, wie Sie mit einem SIL3-Sicherheitsrelais auf der sicheren Seite bleiben.

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Korrosionsschäden lassen sich im Chemiebetrieb nicht immer vermeiden – aber bitte nicht an Sicherheitssystemen!
Korrosionsschäden lassen sich im Chemiebetrieb nicht immer vermeiden – aber bitte nicht an Sicherheitssystemen!
(Bild: © industrieblick; © fotopixl10; © Carlos André Santos/Fotolia.com [M] Alban, GötzelHorn)

Spuren von Chlorgasen oder Schwefelwasserstoff in der Luft, wie sie in einzelnen Bereichen der Chemieindustrie nicht selten anzutreffen sind, sind Gift für metallische Werkstoffe, denn sie bewirken Korrosionsschäden mit konsekutivem frühzeitigem Produktverschleiß. Dies betrifft längst nicht nur Komponenten, die frei im Feld installiert sind, auch der Schaltschrank bietet nicht immer Schutz vor äußeren Einflüssen. Sofern keine weiteren Schutzmaßnahmen vorgesehen sind, wie etwa eine Druckbelüftung des Schaltschranks, dringt potenziell Luft ins Schaltschrankinnere – sie schleust korrosiv wirkende Stoffe mit ein: eine ernstzunehmende Gefahr für Sicherheitssysteme! Weidmüller hat seine Sicherheitsrelais vom Typ SCS 24V DC SIL3 der Safeseries deshalb produktseitig auf hohe Funktionalität und Schutz hin entwickelt und sie – vor dem Feldeinsatz – intensiven Tests unterzogen, die über das geforderte Maß hinausgingen.

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Der Schutzlack macht’s

Zum Schutz der empfindlichen Elektronik wird bei jedem Sicherheitsrelais mittels eines speziellen Sprühverfahrens ein Schutzlack in definierter und stets gleicher Stärke aufgebracht, der korrosiven Stoffen wie Spuren, Salzen oder Feuchtigkeit nachhaltig widersteht. Zudem hat das Weidmüller-Labor die Sicherheitsrelais einen Monat lang, ohne Unterbrechung, diversen Schadgasen ausgesetzt. Durchgeführt wurde eine Mischgasprüfung in Anlehnung an die Norm EN 60068 – dem so genannten 4-Komponenten-Schadgastest.

Die Schadgaskonzentration wurde dem ISA (Instrumentation Society of America ISA S71.04-1985), Level G3, angepasst und war somit wesentlich höher, als die Norm für den 4-Komponenten-Schadgastest eigentlich vorschreibt. Dies simuliert die Umweltbedingungen in der Praxis weitaus realistischer. Denn erstens überschreitet eine Testdauer von 30 Tagen den höchsten in der Norm vorgegebenen Zeitwert, zweitens waren die Prüflinge während dieser Zeit ununterbrochen in Betrieb. Verschiedene Funktionsprüfungen stellten drittens sicher, dass der Schutzlack auf der Leiterplatte die Schadgase tatsächlich zuverlässig abhält.

Abschließende mikroskopische Untersuchungen wiesen den einwandfreien Zustand der Sicherheitsrelais nach: Die Schadgase hatten das Material trotz der harten Prüfbedingungen nicht angegriffen. Mit anderen Worten – Anwender können die Relais bedenkenlos auch in korrosiven Umgebungen einsetzen, die mit dem Level G3 beschrieben sind. Eine Herstellererklärung zur Qualitätssicherung für das Sicherheitsrelais SCS 24V DC SIL3 weist die erfolgreich absolvierten Schadgasprüfungen nach.

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