Nachhaltige Kraftstoffe Shell baut eine der größten Biokraftstoffanlagen in Europa

Redakteur: Alexander Stark

Der Energiekonzern Shell baut eine Biokraftstoffanlage mit einer Jahreskapazität von 820.000 Tonnen im Energie- und Chemiepark Rotterdam, Niederlande. Nach ihrem Bau wird die Anlage zu den größten in Europa gehören, die nachhaltigen Flugzeugkraftstoff (SAF) und erneuerbaren Diesel aus Abfällen produziert.

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Die Biokraftstoffanlage in Rotterdam soll 2024 am ehemaligen Pernis-Komplex die Produktion aufnehmen.
Die Biokraftstoffanlage in Rotterdam soll 2024 am ehemaligen Pernis-Komplex die Produktion aufnehmen.
(Bild: Shell)

Rotterdam/Niederlande – Am Standort der ehemaligen Pernis-Raffinerie in Rotterdam soll eine der größten Anlagen zur Produktion von Biokraftstoffen entstehen. Wie Shell mitteilt, kann die Anlage genug erneuerbaren Diesel produzieren, um 2.800.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2)-Emissionen pro Jahr zu vermeiden. Es ist vorgesehen, dass die Anlage im Rahmen des Porthos-Projekts Technologien zur Abscheidung von Kohlendioxidemissionen aus dem Herstellungsprozess nutzt und diese in einem erschöpften Gasfeld unter der Nordsee speichert. Eine endgültige Investitionsentscheidung für Porthos wird für nächstes Jahr erwartet.

Im Rahmen seiner Strategie Powering Progress wandelt Shell seine Raffinerien (im Oktober 2020 sind es 14) in fünf Energie- und Chemieparks um. Ziel des Konzerns ist es, die Produktion herkömmlicher Kraftstoffe bis 2030 um 55 % zu reduzieren und mehr kohlenstoffarme Kraftstoffe wie Biokraftstoffe für den Straßen- und Luftverkehr sowie Wasserstoff bereitzustellen. Der Energie- und Chemiepark Rotterdam ist nach der Eröffnung des Energie- und Chemieparks Rheinland in Deutschland im Juli der zweite Park, der auf den Weg gebracht wurde.

Die Biokraftstoffanlage in Rotterdam wird voraussichtlich 2024 die Produktion aufnehmen. Sie soll kohlenstoffarme Kraftstoffe wie erneuerbaren Diesel aus Abfällen in Form von Altspeiseöl, tierischem Abfallfett und anderen industriellen und landwirtschaftlichen Restprodukten herstellen und dabei eine von Shell entwickelte Technologie nutzen.

Eine Reihe zertifizierter nachhaltiger Pflanzenöle, wie Raps, soll die Abfallrohstoffe ergänzen, bis noch nachhaltigere Rohstoffe in großem Umfang verfügbar sind. Die Anlage wird kein reines Palmöl als Rohstoff verwenden, betont der Konzern.

Mehr als die Hälfte der Kapazität von 820.000 Tonnen pro Jahr könnte aus nachhaltigem Flugbenzin (SAF) bestehen, der Rest aus erneuerbarem Diesel.

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