Weltrohstoffpreise November 2021 Rohstoffpreise weiter im Höhenflug

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Keine Entspannung im November: Die Rohstoffpreise steigen weiter an. Wie geht die Entwicklung weiter und ist Entspannung in Sicht? Die Experten der Industriebank IKB analysieren die internationale Rohstoffmärkte und blicken in die Zukunft.

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Weiter ungebremst: Rohstoffpreise steigen ungebrochen an.
Weiter ungebremst: Rohstoffpreise steigen ungebrochen an.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreise zogen im Oktober 2021 auf Dollar-Basis gerechnet um 18,8 % an. Da der Wechselkurs des Euro zum Dollar im Monatsdurchschnitt leicht abwertete, betrug der Anstieg in Inlandswährung sogar 20,5 %. Obwohl sich bei einigen Rohstoffen die Versorgungssituation leicht entspannte, ist diese insgesamt immer noch nicht auf Normalniveau. Zudem belasten weiter Transportprobleme die Marktversorgung.

Auch bei Rohöl ist der Markt noch nicht wieder balanciert. Die von der Opec durchgeführte Erhöhung der Förderquote ab Oktober um nur 0,4 mbd (million barrel per day) reicht noch nicht: In Q4 2021 besteht ein Bedarf von 99,8 mbd. Außerhalb der Opec dürften in Q4 2021 im Mittel 65,  mbd gefördert werden. Die Opec muss also rund 34,6 mbd beisteuern. Davon werden 5,2 mbd auf so genannte NGL-Sorten (Natural Gas Liquids) entfallen. Im Vergleich zur September-Förderung der Opec ist eine deutliche Ausweitung um gut 2 mbd notwendig, die durch die angestrebten Vereinbarungen über Förderausweitungen (pro Monat gut 0,4 mbd Anstieg ab Oktober) auch im November noch nicht erreicht werden.

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Die IKB-Experten erwarten für den Rohölpreis bis zum Jahresende eine Bewegung um die Marke von 84 Dollar je Barrel Brent. In Q1 2022 dürfte sich die von uns zum Jahresende erwartete Preisentspannung fortsetzen. Bei weiter sinkender inländischer Erdgasproduktion hat sich die Versorgungslage verschlechtert: Vor allem die Speichersalden sind erheblich abgesunken. Der Grenzübergangspreis für Erdgas dürfte daher bis Ende 2021 weiter fester notieren: Die Industriebank erwartet, dass dieser um die Marke von 6.500 Euro je TJ oszilliert und damit das Vorjahresniveau um mehr als das Doppelte übersteigt. Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sehen die Experten unverändert bis Ende 2021 eine Bewegung um die Marke von 1,15 Dollar je Euro. Gründe sind eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum und politische Unsicherheiten.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden, können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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