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M&A-Ausblick 2016

Rekordjahr bei den Fusionen in der Chemie- und Pharmabranche

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Die Chemie- und Pharmabranche schloss das abgelaufene M&A-Jahr mit einem neuen Rekord bei den Fusionen und Übernahmen ab. Auch für 2016 werden Transaktionen in „historischem Ausmaß“ erwartet. Dies geht aus einer KPMG-Analyse hervor, die auf Zahlen von Thomson Reuters beruhen.

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(Bild: freshidea)

Berlin – Weltweit konnte die Chemie- und Pharmabranche im abgelaufenen Jahr Fusionen und Übernahmen im Wert von 372 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Das bedeutet im Vergleich zu 2014 (214 Mrd. US-Dollar) eine Zunahme um 74 Prozent. Wesentliche Ursache für den starken Anstieg waren einige sehr große Deals im Pharmasektor. Hier belief sich der Gesamtwert der abgeschlossenen Transaktionen 2015 auf 298 Milliarden US-Dollar. Damit wurde selbst das bisherige Rekordjahr 2000 (253 Mrd. US-Dollar) deutlich übertroffen.

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In beiden Sektoren kündigen sich zudem für das kommende Jahr neue Transaktionen historischen Ausmaßes an. Vir Lakshman, Leiter des Bereichs Chemie und Pharma bei KPMG Deutschland: "Viele pharmazeutische Unternehmen nutzten Transaktionen, um ihre Positionierung im Markt zu sichern, auszubauen oder gar neu auszurichten."

Deutsche Unternehmen richten Portfolio neu aus

Der größte angekündigte Deal aus dem letzten Jahr wird aller Voraussicht nach auch der größte Zusammenschluss in der Geschichte der Pharmaindustrie und die drittgrößte Transaktion überhaupt werden: Der US-Konzern Pfizer plant die Übernahme des Pharmaunternehmens Allergan für 160 Milliarden US-Dollar. Mit einem kumulierten Marktwert von aktuell rund 320 Milliarden US-Dollar würde der neue Pharmariese das Börsenschwergewicht Johnson & Johnson überholen und die Größenordnung des Bruttoinlandsprodukts von Dänemark erreichen.

Schätzungen zufolge könnte der neue Branchenprimus mit seinen Marken Viagra, Botox und Prevnar 13 sowie führenden Medikamenten in der Behandlung von Alzheimer und rheumatoider Arthritis einen jährlichen Umsatz von 65 bis 70 Milliarden US-Dollar generieren. Mit dieser strategischen Transaktion würde Pfizer seine Marktführerposition in der pharmazeutischen Industrie deutlich behaupten und ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell aufzeigen.

Auch deutsche Unternehmen richten ihr Portfolio strategisch neu aus. Im Oktober gliederte Bayer seine Materia Science-Tochter unter dem Namen Covestro erfolgreich aus, um sich noch stärker auf seinen Life Sciences- Bereich zu fokussieren. Der Darmstädter Merck-Konzern bekam im November für die Übernahme des amerikanischen Laborausrüsters Sigma-Aldrich grünes Licht und stärkt damit seine innovative Forschungssparte. Im Dezember wurde außerdem bekanntgegeben, dass sich das deutsche Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim stärker auf den Bereich Tiergesundheit konzentrieren wird.

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