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Exzellenzprogramm

Quo vadis BASF? – Chemieriese plant Neuausrichtung

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

300 Millionen Euro will BASF durch eine Neuorganisation des Konzerns sparen. Insgesamt planen die Ludwigshafener ab Ende 2021 einen Ergebnisbeitrag von jährlich zwei Milliarden Euro durch das laufende Exzellenzprogramm. Dabei setzt das Unternehmen auf Kundennähe, schlankere Strukturen und vereinfachte Prozesse. Der Neuausrichtung sollen weltweit 6000 Stellen zum Opfer fallen.

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BASF richtet die Unternehmensorganisation neu aus und will damit millionenschwere Einsparungen erzielen.
BASF richtet die Unternehmensorganisation neu aus und will damit millionenschwere Einsparungen erzielen.
(Bild: BASF)

Ludwigshafen – BASF will mit einer organisatorischen Neuausrichtung die Rahmenbedingungen für größere Kundennähe, stärkere Wettbewerbsfähigkeit und profitableres Wachstum schaffen. Dazu will der Konzern die Verwaltung verschlanken, die Rollen von Services und Regionen schärfen sowie Abläufe und Prozesse vereinfachen. Das Unternehmen rechnet dadurch mit Einsparungen von 300 Millionen Euro als Teil des laufenden Exzellenzprogramms, das ab Ende 2021 einen Ergebnisbeitrag von jährlich zwei Milliarden Euro liefern soll.

Im Rahmen der Umsetzung der Strategie geht der Chemiekonzern insgesamt von einem weltweiten Abbau von 6000 Stellen bis Ende 2021 aus. Diese Reduzierung resultiere aus der organisatorischen Vereinfachung sowie Effizienzsteigerungen in der Verwaltung, in Serviceeinheiten und in den Unternehmensbereichen. Hinzu kommt der Rückbau von zentralen Strukturen im Rahmen der bereits angekündigten Portfolio-Veränderungen. BASF wird weiterhin Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern in Bereichen wie Produktion und Digitalisierung haben, jedoch abhängig von zukünftigen Wachstumsraten, so das Unternehmen.

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„Wir werden uns beim Aufbau der neuen Organisation darauf konzentrieren, konsequent Synergien zu heben, Schnittstellen zu reduzieren und mehr Flexibilität und Kreativität zu ermöglichen“, so BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller. „Unsere Kunden sollen BASF neu erleben, deshalb wollen wir gemeinsam eine neue BASF leben. Wir werden unsere Organisation weiterentwickeln, um effektiver und effizienter zu arbeiten. Damit sichern wir den Erfolg unserer Kunden, stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit und wachsen profitabel als Unternehmen.“

Steuerungs- und Governance-Aufgaben sollen organisatorisch klar von Services getrennt werden

Eckpfeiler der neuen Organisation seien die kundennahen Unternehmensbereiche, Serviceeinheiten, Regionen und ein schlankes Corporate Center. Das Corporate Center werde weniger als 1000 Mitarbeiter umfassen und den BASF-Vorstand dabei unterstützen, das Unternehmen gesamtheitlich zu steuern. Hierzu zählen zentrale Aufgaben, u.a. aus den Bereichen Strategie, Finanzen, Recht, Personal und Kommunikation.

Daneben sollen rund 29.000 Mitarbeiter in funktional übergreifenden Service-Einheiten arbeiten. „Global Engineering Services“ bzw. „Global Digital Services“ sollen Dienstleistungen zukünftig entweder für einzelne Standorte oder global für die Unternehmensbereiche der Gruppe anbieten, „Global Procurement“ werde den Einkauf noch effektiver ausrichten. Die neu zu gründende Einheit „Global Business Services“ bilde ein weltweites Netzwerk aus rund 8000 Mitarbeitern mit End-to-end-Services. Sie sollen die Unternehmensbereiche mit Dienstleistungen u.a. aus den Bereichen Finanzen, Personal, Kommunikation und Supply Chain in ihrer Arbeit unterstützen. Die Einheit „Global Business Services“ wird geleitet werden von Marc Ehrhardt, derzeit Leiter des Bereichs Finance.

Die Rolle der Regionen und Länder werde geschärft. Sie repräsentieren BASF vor Ort und unterstützen das Wachstum der Geschäftseinheiten mit lokaler Nähe zu den Kunden, so das Unternehmen. Erste Änderungen sollen zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Ludwigshafen: Vorgezogene Verhandlungen für neue Standortvereinbarung

Aus Anlass der aktuellen und bis Ende 2021 geplanten weiteren Veränderungen haben Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretungen gemeinsam entschieden, die Verhandlungen über eine neue Standortvereinbarung vorzuziehen. Die aktuelle Standortvereinbarung ist bis Ende Dezember 2020 gültig. Ziel sei es, im 1. Halbjahr 2020 eine neue Vereinbarung zu unterzeichnen.

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