Weltrohstoffpreise April 2022 Preisexplosion: Sanktionen machen Rohstoff-Versorgungssituation schwieriger

Von Wolfgang Ernhofer

Auf breiter Basis explodierten die Weltrohstoffpreise im März 2022 in Dollar gerechnet um 32 %. Da der Wechselkurs des Euro zum Dollar im Monatsdurchschnitt leicht abwertete, betrug der Anstieg in Inlandswährung sogar fast 36 %. Die Experten der Industriebank IKB ziehen ein Fazit und prognostizieren Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten.

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Der Krieg in der Ukraine sorgt für starke Verunsicherung auf den internationalen Rohstoffmärkten.
Der Krieg in der Ukraine sorgt für starke Verunsicherung auf den internationalen Rohstoffmärkten.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Im Verlauf des März 2022 hat sich die Versorgungssituation bei vielen Rohstoffen weiter verschlechtert. Hauptgrund sind die Sanktionen gegen Russland infolge der russischen Invasion in der Ukraine. Zwar dürfen vor Kriegsbeginn geschlossene Kontrakte noch bis Mitte Juni 2022 ausgeliefert werden, es herrschen jedoch große Sorgen über mögliche Lieferausfälle.

Zudem belasten weiterhin Transportprobleme. Bei Rohöl ist der Markt bis Ende März ausreichend versorgt gewesen. Im Jahresdurchschnitt 2022 besteht ein Bedarf von 100,9 mbd (= million barrel per day). Außerhalb der Opec dürften im Mittel 66,6 mbd gefördert werden. Die Opec muss also rund 34,3 mbd beisteuern. Davon werden knapp 5,2 mbd auf NGL-Sorten (Natural Gas Liquids) entfallen. In den ersten Monaten hat die Opec die notwendige Fördermenge um rd. 0,25 mbd überschritten, sodass der Markt eher balanciert war. Mögliche Lieferunterbrechungen infolge des Russland-Ukraine-Krieges sorgen jedoch für Unruhe.

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Die IKB erwartet für den Rohölpreis bis Ende Q2 2022 eine Bewegung um die Marke von 95 Dollar je Barrel Brent. Sollten die russischen Exporte gestoppt werden, wird der Markt sich wieder in Richtung 120 Dollar bewegen, ansonsten sehen die Experten im Jahresverlauf eine Preisentspannung. Bei Erdgas ist die Versorgungslage bei nach wie vor sinkender inländischer Erdgasproduktion weiter zu knapp: Die Speichersalden liegen erheblich unter Vorjahresstand. Der Grenzübergangspreis für Erdgas dürfte daher – auch hier mit der Sorge von Lieferstörungen aufgrund des Ukrainekonfliktes – bis Ende des zweiten Quartals fester notieren: Die Industriebank sieht, dass dieser um die Marke von 15.000 Euro je TJ in einem Band +3000 Euro oszilliert und damit erheblich über dem Vorjahreswert liegt. Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sehen die Experten bis Mitte 2022 eine Bewegung um 1,10 Dollar je Euro.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden, können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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