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IM-MS-Reaktor: Anaerobe Abwasserreinigung

Organisch belastete Abwässer energieeffizient reinigen

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Pilotanlage des IM-MS-Reaktors darf bei Lenzing Technik für Versuchszwecke angemietet, und die seit 2008 laufende Referenzanlage kann in Lenzing, Oberösterreich, jederzeit besichtigt werden
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Die Pilotanlage des IM-MS-Reaktors darf bei Lenzing Technik für Versuchszwecke angemietet, und die seit 2008 laufende Referenzanlage kann in Lenzing, Oberösterreich, jederzeit besichtigt werden (Bild: Lenzing Technik)

Seit über vier Jahren ist der Integrated Mixing & Membran Separation (IM-MS)-Reaktor zur anaeroben Reinigung organisch belasteter Abwässer beim Faserhersteller Lenzing im Einsatz. Seither läuft die Anlage nicht nur mit unerreichter Abbauleistung und niedrigen Energiekosten – sondern vor allem seit 52 Monaten ohne Unterbrechung.

Vor ca. zehn Jahren war der Faserproduzent Lenzing aus der gleichnamigen Oberösterreichischen Gemeinde damit konfrontiert, dass durch die emittierte Sulfatfracht die Produktionshöhe nicht mehr gesteigert werden konnte. Ohne zusätzliche Maßnahmen zur Sulfatentfernung aus dem Abwasser war kein weiterer Ausbau der Faserproduktion möglich.

„Deshalb mussten wir zusätzlich zum aeroben Abbau der Abwässer eine Gipsfällung und in weiterer Folge eine anaerobe Abwasserbehandlung zur Sulfatreduktion installieren“, skizziert Stefan Baumgärtner, Betriebsleiter der Abwasserreinigungsanlage des Oberösterreichischen Unternehmens die Ausgangssituation vor der Neuentwicklung des IM-MS (Integrated Mixing & Membran Separation)-Verfahrens.

Herkömmliche Technologien waren ungeeignet

Als jedoch rasch klar wurde, dass am Markt befindliche Technologien, der hohen Sulfat-Belastung der Abwässer nicht gewachsen waren, setzte Baumgärtner auf Eigeninitiative. Kurzerhand engagierte er die Umwelttechnik-Experten des Tochterunternehmens Lenzing Technik, um gemeinsam ein neues Verfahren samt Anlagenbau zu entwickeln.

Um den speziellen Anforderungen der Faserproduktion gerecht zu werden, mussten die Grenzen der konventionellen anaeroben Technologie wesentlich erweitert werden. Galt bisher eine Pelletsbildung der Bakterien als Grundvoraussetzung zur Aktivierung des Abbauprozesses bei konventionellen Technologien, so setzt Lenzing Technik dieses ungeschriebene Gesetz der anaerobischen Abwasserbehandlung nunmehr außer Kraft.

„Bei dem von uns entwickelten Verfahren ist die Bildung von Pellets nicht zwingend erforderlich, es funktioniert auch mit flockenbildenden Bakterien uneingeschränkt“, präzisiert Lenzing Technik-Geschäftsführer Herbert Hummer. Tatsächlich konnte durch weitere Prozessoptimierungen die Abbauleistung gegenüber konventionellen IC-Reaktoren sogar um 40 bis 50 Prozent erhöht und der Energieverbrauch gleichzeitig signifikant reduziert werden.

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