Operational Excellence Operational Excellence heißt mobilisieren und motivieren

Autor / Redakteur: Anke Geipel-Kern / Anke Geipel-Kern

Der Spezialchemiekonzern Clariant sieht sich nach einer Reihe schmerzhafter Einschnitte wieder auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb. Die 2009 gestartete Clariant Excellence Initiative ist dabei die Keimzelle eines Verbesserungsprozesses, der in der Produktion beginnt und alle Bereiche des Unternehmens erfassen soll. PROCESS hat Dr. Michael Riedel, Leiter der Excellence Initiative, getroffen und nach den Herausforderungen des Change Prozesses befragt.

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Die Betriebe der Clariant im Industriepark Gendorf gehörten zum Piloten für Operational Excellence. (Bild: Clariant)
Die Betriebe der Clariant im Industriepark Gendorf gehörten zum Piloten für Operational Excellence. (Bild: Clariant)

Clariant hat schwere Zeiten hinter sich, aber jetzt ist der Spezialchemiekonzern wieder auf Kurs. Das signalisieren die jüngsten Unternehmenszahlen, und das verdeutlichte auch der Auftritt des CEOs Hariolf Kottmann im Juni dieses Jahres vor der Analystenkonferenz.

Seine Botschaft war klar formuliert: Nach der Restrukturierung und der Schließung von 14 Standorten blickt Clariant nach vorne und setzt nun alles daran, wieder in die Spitzengruppe vorzustoßen. Wichtiges Instrument den Konzern auf der Erfolgsspur zu halten, ist ein Ende 2009 aus der Taufe gehobener Verbesserungsprozess, der in den nächsten Jahren das gesamte Unternehmen erfassen soll.

„Die vier Kernelemente der Clariant Excellence Initiative sind Operational Excellence, Commercial Excellence, Innovation Excellence und People Excellence“, erklärt Dr. Michael Riedel, der das weltweite Programm leitet und sich für das Gespräch mit PROCESS in München in der altehrwürdigen Zentrale der gerade erst gekauften Süd-Chemie am Lenbachplatz eingefunden hat. Während er sein Laptop aufklappt, skizziert er die Grundzüge der Initiative, der als zentrale Methode die Lean Sigma-Methode zugrunde liegt, eine Kombination aus der Lean Management-Philosophie und statistischen Six Sigma-Methoden. Diese folgen einem standardisierten Ablauf, dem DMAIC-Zyklus, was für Define – Measure – Analyze – Improve – Control steht. „Wir haben damit einen klar durchstrukturierten Prozess, der absolut transparent ist“, betont Riedel.

Wie andere Chemieunternehmen auch, hat Clariant einen frühen Fokus auf die Produktion gesetzt. So wurde entschieden, im Rahmen Operational Excellence ein Clariant Production System einzuführen, welches die Verbesserung aller Produktionsprozesse zum Ziel hat.

Operational Excellence auf die Standorte herunterbrechen

Während der neunmonatigen Pilotphase wurden vier Standorte, darunter auch der bayrische Standort Gendorf und das amerikanische Mount Holly, genau unter die Lupe genommen. Beides sind typische Chemiestandorte mit Multipurpose- bzw. Batch-Anlagen: Mount Holly fungiert als wichtigster nordamerikanischer Standort der Business Unit Industrial & Consumer Specialties Businesses, während Gendorf der größte Produktionsstandort der Business Unit Industrial & Consumer Specialties weltweit ist. Zwei weitere Pilotstandorte in Italien und Singapur sind klassische Masterbatchproduktionen, von denen es konzernweit über 50 gibt.

Rund drei Jahre veranschlagt Riedel für die zurzeit laufende weltweite Einführung von Operational Excellence – ein Zeitraum, in dem die zentralen Expertenteams viel Zeit im Flugzeug verbringen werden, denn die Standorte sind auf drei Kontinente verteilt.

Lesen Sie auf Seite 2, welche Ziele sich Clariant setzt

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