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Wichtige Zielvorgabe des Konzerns innerhalb des Programms Operational Excellence: Definition von Best Practices und Implementierung eines Produktionssystems, das weltweit vergleichbare Prozesse und Standards schafft. „Bei den Chemicals ist das schwieriger als bei den Masterbatches, weil die Produktionen unterschiedlicher sind, aber wir adressieren in der ersten Phase nicht die technische Prozessführung, sondern alle Produktionsabläufe“, erklärt Riedel.
Im zweiten Schritt, für den jetzt das Pilotprojekt anläuft, stehen Ausbeutesteigerungen und Maßnahmen zur Energieffizienz auf dem Programm.
Überzeugungstäter am Werk
Fünf bis sechs Wochen nimmt sich das zentrale Expertenteam für die Analyse Zeit und durchleuchtet alle produktionsrelevanten Prozesse. „Ein wichtiges Element sind zum Beispiel Beobachtungen vor Ort – wir nennen das ‘one day in the life of an operator’, das heißt, die Kollegen durchlaufen mit den Mitarbeitern vor Ort Tag- sowie Nachtschichten“, so Riedel. Mobilisieren, diskutieren und motivieren ist den Teams dabei in Fleisch und Blut übergegangen. Auf diese Weise hat nicht nur Riedel gelernt: Ohne Beispiele, Zahlen, Fakten und Transparenz geht gar nichts. Zu Beginn sei es schwierig gewesen, alle Führungskräfte vom Sinn des Changeprozesses zu überzeugen, sagt er.
Mitziehen muss jeder, auch für das Management ist die Umstellung groß. Sie müssen die mit dem Kernteam gemeinsam erarbeitete Roadmap in den nächsten Monaten mit Leben füllen, Führungsgewohnheiten ändern und der Flamme des Verbesserungsprozesses ständig Luft zufächeln. Riedel sieht das pragmatisch: „Als wir die ersten Ergebnisse vorweisen konnten, ging es einfacher.“ Und die können sich jetzt schon sehen lassen. In einem typischen Chemikalienbetrieb ist eine Produktivitätssteigerung von sechs bis acht Prozent möglich, in den Masterbatch-Betrieben sind sogar zehn Prozent erreichbar. Insgesamt summiert sich die bisher geleistete Arbeit auf mehr als 1000 größere und kleinere Projekte, und auch finanziell lohnt sich der Einsatz: 2009 hat Clariant 13 Millionen Schweizer Franken gespart und 2010 sogar knapp 50 Millionen. Für das Jahr 2011 erwartet die Konzernspitze noch eine weitere Steigerung.
Wie Clariant seine Mitarbeiter mobilisiert, lesen Sie auf Seite 3
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