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Drehkolbenverdichter

Neues Sauerstoff-Konzept für die Abwasser-Aufbereitung

| Autor / Redakteur: Norbert Barlmeyer / Dr. Jörg Kempf

(Bild: Aerzener Maschinenfabrik)

Ziel jeder Kläranlage ist eine intensive, energie- und umweltschonende Abwasser-Aufbereitung nach aktuellem Stand der Technik. Das gilt auch für die PCK-Raffinerie in Schwedt. Als Pilot-Projekt wurde hier die Belüftung eines großen Belebungsbeckens erfolgreich von Oberflächenbelüftung durch Kreiselbelüfter auf Flächenbelüftung auf dem Beckenboden umgestellt. Für den benötigten Luftsauerstoff sorgen innovative Drehkolbenverdichter.

Die PCK-Raffinerie in Schwedt an der Oder, 100 km nordöstlich von Berlin, ist eine der größten Raffinerien Deutschlands und eine der Spitzenraffinerien Europas. Jährlich werden hier bis zu zwölf Millionen Tonnen Rohöl zu Kraftstoffen und anderen Erdölprodukten verarbeitet – jedes zehnte Auto in Deutschland fährt mit Kraftstoff aus Schwedt.

Für PCK ist die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards ebenso eine Verpflichtung wie der Schutz der natürlichen Lebenswelt. Bisher hat das Unternehmen in Umweltschutz und modernste Technologien mehr als zwei Milliarden Euro investiert. An weiteren Verbesserungen wird ständig gearbeitet. Mit seiner neuesten Investition im Bereich der werkseigenen Abwasser-Aufbereitung will man gleich mehrere Ziele erreichen. Ein neues Belüftungssystem am Belebungsbecken 3 soll als Pilot-Projekt

  • die Wirksamkeit und die Wirtschaftlichkeit der Wasseraufbereitung nachhaltig verbessern;
  • die Wassertemperatur erhöhen, um die Aktivität der Bakterien insbesondere in den Wintermonaten zu steigern;
  • die Geruchsentwicklung in diesem Bereich deutlich reduzieren.

Das aus der Oder und aus eigenen Brunnen entnommene Rohwasser wird in mehreren Verfahrensabläufen sowie als Frischwasser u.a. im Kraftwerk zur Dampferzeugung, als Kühlmedium in den Rückkühlwerken sowie zum Auffüllen von Verdunstungs- und Abschlämmungsverlusten eingesetzt.

Das Abwasser der PCK wird in einer werkseigenen zentralen Abwasser-Aufbereitungsanlage physikalisch chemisch und biologisch aufbereitet. Das gereinigte und geprüfte Wasser wird dann in die Oder zurückgeführt. Dieses Abwasser enthält nicht nur Salze, die aus den Rohölprodukten durch Wasser ausgetragen werden (so genanntes Sole-Wasser). In einer „ölverschmutzten Abwasser-Kanalisation“ wird anfallendes Leckageöl ebenso gesammelt wie Öl, das bei Produkteinbrüchen, Re-paraturen oder bei den verschiedensten Rei-nigungsprozessen anfällt.

Außerdem wird der zentralen Abwasseranlage geruchsintensives schwefel- und mercaptanhaltiges Abwasser (so genanntes Sauerwasser) zugeführt.

Die Abwasser-Reinigungsanlage arbeitet nach dem biologischen Prinzip. In einem Ölabscheider werden dem ankommenden Abwasser zunächst die physikalischen Ölbestandteile entzogen. In der anschließenden chemischen Flockungsstufe erfolgt unter Einsatz von Eisenchlorid eine Fällungsreaktion, sodass chemische Stoffe und Sinkstoffe im anschließenden Zwischenklärbecken über Sedimentation abgetrennt werden können.

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Das jetzt entstandene vorgereinigte Abwasser wird dann in der nächsten Stufe in vier parallel arbeitenden Belebungsbecken mit dem Rücklaufschlamm aus den Nachklärbecken durch Bakterien biologisch aufbereitet. Um eine intensive Arbeit und eine ausreichende Vermehrung dieser Bakterien sicherzustellen, wurden diese vier etwa sechs Meter tiefen Becken mit einem Fassungsvolumen von mindestens je 2000 m³ zum Teil seit den 70er Jahren durch Kreiselbelüfter mit Sauerstoff versorgt.

Die Nachteile des bestehenden Belüftungssystems erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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