Drehkolbenverdichter

Neues Sauerstoff-Konzept für die Abwasser-Aufbereitung

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Sauerstoff aus dem Container

Das neue Sauerstoff-Konzept wurde entsprechend den Vorgaben des umfangreichen Pflichtenheftes in unmittelbarer Nähe zum Belebungsbecken 3 in einem rund 6,6 m langen begehbaren Spezial-Container installiert, dessen eine Längswand durch zwei Falttüren in voller Länge geöffnet werden kann.

Drei verschließbare Öffnungen im Dach erlauben das problemlose Aus- und Einbringen von größeren Anlagen-Komponenten wie Motoren oder Verdichterblöcken. Eine 100 mm dicke, geräuschdämmende Innenverkleidung sowie schallgedämmte Zu- und Abluftkanäle an beiden Stirnseiten reduzieren den Schalldruckpegel außerhalb des Containers auf die vom Betreiber geforderten max. 70 dB(A). Zwei thermostatgesteuerte Abluft-Ventilatoren garantieren eine Innentemperatur von max. 20 °C über Außentemperatur.

Installiert wurden drei Delta-Hybrid-Verdichter des Typs D 62 S (Motorleistung 90 kW, 500 V), ausgelegt für einen Betriebsdruck von 700 mbar. Zwei Aggregate werden drehzahlgeregelt über Frequenzumrichter gefahren (Lieferbandbreite 18 bis 59 m³/min), während eine Anlage mit fester Drehzahl und konstanter Liefermenge von 59 m³/min arbeitet.

Die Druckluft tritt bei Umgebungstemperaturen von 30 °C mit etwa 100 °C und bei 0 °C mit etwa 70 °C aus den Aggregaten aus. Sie kühlt sich in den anschließenden, direkt zugeordneten Rohrschalldämpfern und in der nicht isolierten Sammelleitung auf dem Weg zum Belebungsbecken zwar noch ab, wird aber selbst in strengen Wintern mit Temperaturwerten deutlich über 0 °C in das Becken eingetragen.

Die drei Aggregate sind über außenliegende Hauptschalter zu- und abschaltbar. Die bauseits beigestellten Frequenzumrichter der zwei geregelten Aggregate wurden in einem benachbarten Gebäude installiert.

Der von einem Spezialunternehmen gefertigte Container wurde in Aerzen entsprechend den Vorgaben des Pflichtenheftes und den speziellen Wünschen der Abteilungen ETA (Elektrotechnik, Antriebe) und MSR (Mess-, Steuer- und Regeltechnik) komplett bestückt, verrohrt und verkabelt, per Tieflader nach Schwedt transportiert und dort per Kran auf eine vorbereitete Fundamentplatte aufgesetzt. Nach Anschluss von Elektro- und Druckluft-Leitungen war die Station sofort betriebsbereit. Sie wird über die zentrale Messwarte gefahren, von wo auch direkt in die Prozesse in der Station eingegriffen werden kann.