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Für dieses System nennt Enrico Schmottlach, Spezialist für die Wasserwirtschaft bei PCK in Schwedt, jedoch erhebliche Nachteile:
- Die Kreiselbelüfter arbeiten sehr geräuschintensiv.
- Da der Eintrag von Sauerstoff lediglich über die aufgewirbelte Oberfläche erfolgt, ist der Sauerstoffgehalt im oberen Beckenbereich höher als in Bodennähe.
- Durch die intensive Aufwirbelung des Abwassers an der Oberfläche werden erhebliche Mengen der im Abwasser befindlichen Aerosole und damit auch im Abwasser befindliche Geruchsstoffe an die Umgebungsluft ausgetragen, was zu einer unerwünschten Belastung der Umwelt führt.
- Außerdem führt diese Oberflächen-Belüftung durch die Aufwirbelung des Abwassers speziell im Winter bei Außentemperaturen bis -20 °C nicht nur zu einer nebligen Atmos-phäre über den Becken, sondern auch zu einer unerwünschten Abkühlung des Abwassers im Belebungsbecken und somit zu einer deutlichen Verschlechterung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bakterien.
Die Kreiselbelüfter mit Antriebsleistungen von 20 und 30 kW konnten bisher bedarfsabhängig nur mit konstanten Umdrehungen von 1000 und 1500 min-1 gefahren werden, wobei die niedrigere Drehzahl bei geringerer Beladung – auch in Hinblick auf die Energiekosten – bevorzugt wurde. Bei weiter reduziertem Sauerstoff-Bedarf wurden einzelne Belüfter zur weiteren Verbesserung der Energie-Effizienz auch ganz abgeschaltet. Dann entstand allerdings die Gefahr, dass sich Schlamm im Becken absetzte.
Belüftung von unten statt oben
Um diese Nachteile zukünftig auszuschließen, wurde zunächst im Belebungsbecken 3 ein neues Belüftungssystem realisiert und im Oktober 2012 in Betrieb genommen. In dieses Becken werden stündlich etwa 150 bis 250 m³ Abwasser eingeleitet. Jetzt erfolgt die Belüftung des Beckens nicht mehr von oben, sondern von unten durch Düsenrohre auf dem Beckenboden.
Den benötigten Sauerstoff liefern jetzt drei Aerzener Drehkolbenverdichter der Baureihe Delta Hybrid, die in unmittelbarer Nähe des Belebungsbeckens 3 in einem speziellen Container installiert wurden. Schmottlach erwartet von dieser neuen Technologie wesentliche Vorteile:
- niedrigere Energiekosten durch konstante Einhaltung des Sauerstoff-Sollwertes;
- bedarfsabhängige Erzeugung des Sauerstoffs für optimale Bedingungen der Bakterien;
- besonders effektive und sehr gleichmäßige Belüftung des gesamten Beckeninhalts von 2000 m³ durch einen konstanten Druck von 480 mbar in der Hauptleitung;
- verringerten Austritt geruchsintensiver Bestandteile des Abwassers durch eine beruhigte Oberfläche im Becken;
- speziell im Winter wesentlich reduzierter Wärmeverlust und verminderter Kälteeintrag durch eine beruhigte Abwasser-Oberfläche ohne Aufwirbelung durch die eingesetzten Kreiselbelüfter;
- deutlich verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Bakterien durch erhöhte Beckentemperatur in der kalten Jahreszeit;
- Geräusch-Reduzierung im Bereich von Belebungsbecken 3 auf max. 70 dB(A).
Das neue Sauerstoff-Konzept mit den Drehkolbenverdichtern von Aerzener wurde in begehbarem Spezial-Containern installiert. Mehr auf der nächsten Seite.
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