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Diese beeindruckenden Entwicklungen zeigen vollkommen neue Möglichkeiten für die Prozessführung und die Optimierung von Prozessen auf. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch – die Kommunikation. „All diese Ergebnisse sind mit einer 4...20 mA-Verbindung erst nach 15 Stunden verfügbar, mit Profibus nach der Mittagspause. Über ein Wlan oder ein anderes hochperformantes Kommunikationsnetzwerk wären diese Messdaten dagegen sofort verfügbar“, gab Bilgic zu bedenken.
Smarte Konzepte für smarte Feldgeräte
Für manchen Anwender wäre es schon schön, wenn im betrieblichen Alltag etwas mehr an ‚Smartheit‘ einzöge. So wurde schon 2007 auf der Namur-Hauptsitzung der Wunsch nach einer automatischen und schnellen Parametrierung geäußert. Doch hiervon ist man immer noch weit entfernt, wie Armin Brucker, BASF, Obmann AK 3.2 Durchflussmesstechnik, betont. „Es gibt einen Overkill an Parametern, so gibt es z.B. 700 Parameter für den Coriolis-Massedurchflussmesser. Diese haben zwar ihre Berechtigung, aber sie werden nicht zur Inbetriebnahme benötigt. „Dabei lohnt sich der Blick auf andere Branchen. „Kein Mensch studiert bei einem Mietwagen die Bedienungsanleitungen der angebotenen Autos, obwohl es nicht der eigene, gewohnte Wagen ist“, zieht Brucker einen Vergleich.
Die Automobilbranche hat die Standardfunktionen, wie Bremse, Gas und Scheibenwischer, in der Handhabung standardisiert. Wie kann man dies auf die Feldgeräte übertragen? 2010 wurde in der Namur ein Arbeitskreis gegründet, der die wichtigsten Parameter definiert und Basisfunktionen standardisiert und zwar aufgeteilt in Informationen für Wartungspersonal, Techniker und Ingenieure sowie Hersteller und Geräteexperten. Als Ergebnis blieben 38 Standard-Geräteparameter übrig, davon sind 18 unabhängig vom Messverfahren. Diese werden in der NE 131 (Revision) und NE 107 (Diagnose) Anfang 2016 veröffentlicht.
Im Rahmen der Umsetzung der Geräteintegrationstechnologie FDI wird vorgeschlagen, diese festgelegten Standard-Geräteparameter für alle Feldgeräte in einheitlicher Form zu verwenden. Damit entsprechen die Device-Core-Parameter bei FDI den Standardparametern der Namur. Die Forderung von Brucker ist daher eindeutig: „Die nächste Generation an Feldgeräten muss FDI enthalten.“ Damit soll der Anwendertraum ‚Plug and Play‘ bei der Inbetriebnahme und dem Geräteaustausch erfüllt werden. Die Frage bleibt nur, wann?
Heutiger Stand der Geräteintegration
Auch bei der Prozessführung wäre heute schon mehr möglich. Zwar ist heute sowohl mit 4...20 mA als auch mit der Feldbustechnologie eine sichere Prozessführung möglich. Dabei sind Zusatzinformationen über den Prozess mit dem Feldbus einfacher und flexibler nutzbar, ebenso wie die Gerätediagnosen, wobei Detaildiagnosen in der Regel nicht automatisiert übertragen werden können. In Zukunft werden Ethernet-Technologien als vielversprechend angesehen, aber ganz so einfach ist es nicht, wie Oliver Weigel, BASF, deutlich machte. Ethernet ist nur eine Übertragungstechnologie ohne Protokoll und Geräteintegration. Es fehlt ein einheitlicher spezifizierter Physical Layer. Alle Kommunikationsteilnehmer sollten aber mindestens spezifizierte Protokolle, wie Profinet oder Ethernet IP, besitzen. Zudem muss ein solches Konzept modular, abwärtskompatibel und skalierbar sein. Und letztendlich muss auch diese Technologie einfach zu bedienen sein.
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