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Exklusive PROCESS-Umfrage

Modulare Anlagenkonzeption und Automatisierung mithilfe des F3-Projekts

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp / Wolfgang Ernhofer

Mit dem F3-Projekt stehen nicht nur Verfahrenstechniker vor neuen Aufgaben, auch die Automatisierungstechnik muss ihre bisherigen Lösungen überdenken. Sind Package Units ein geeignetes Werkzeug für entsprechende Automatisierungskonzepte? Was meinen die Anwender? PROCESS hat zu dem Thema eine Umfrage gestartet – mit interessanten Ergebnissen.

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In diesem Container befindet sich eine komplette Produktionsanlage für einen zweistufigen Syntheseprozess. Jedes Bauteil nimmt die gleiche Grundfläche ein. Wie auf einem Schachbrett unterteilt sich der Containerboden dafür in 40 gleich große quadratische Felder von jeweils rund 57 mal 57 Zentimetern.
In diesem Container befindet sich eine komplette Produktionsanlage für einen zweistufigen Syntheseprozess. Jedes Bauteil nimmt die gleiche Grundfläche ein. Wie auf einem Schachbrett unterteilt sich der Containerboden dafür in 40 gleich große quadratische Felder von jeweils rund 57 mal 57 Zentimetern.
(Bild: Bayer Technology Services)

Wie auch immer das Ergebnis einer modularen Anlagenkonzeption aussehen mag, in einem sind sich die Anwender von Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie einig: Wenn sich die Inbetriebnahme einer Anlage nach vorne verschieben lässt, darf es an der Automatisierung nicht scheitern.

Daher stieg der Namur-AK 1.12 in die Ideenfindung ein und formulierte erst einmal die Anforderungen und offenen Fragen – und von denen gibt es nicht wenige. Dies zeigen auch die Kommentare, die im Rahmen einer großen PROCESS-Umfrage (siehe Infografiken zu F3 Factory etc.in der Bildergalerie) abgegeben wurden. Die größten Fragezeichen unter den Anwendern gibt es bezüglich der Know-how-Abgabe der Betreiber an den Automatisierungshersteller.

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Namur-AK sieht Entwicklungsbedarf

Auch der Namur-AK sieht Entwicklungsbedarf bei den Herstellern der Automatisierungssysteme – sowohl in der Entwicklung geeigneter Systeme als auch in der Projektabwicklung –, aber auch bei den Anbietern passender Dienstleistungen im gesamten Lebenslauf einer modularen Anlage.

Weitere Aspekte sind die Integration der Module in die Produktionsanlage und deren Infrastruktur. Hierzu sind entsprechende Schnittstellen nötig. Um die Anforderungen näher einzugrenzen, definierte der Arbeitskreis zunächst verschiedene Modellszenarien.

Die erste und zugleich einfachste Variante ist vergleichbar einer heutigen ins übergeordnete PLS nicht integrierten Package Unit (autonome Package Unit), bei der das Bedienen und das Handling manuell vor Ort vorgenommen werden. Die Daten liegen vor Ort vor, archiviert wird offline. Dies wird derzeit bei kleineren Anwendungen bereits praktiziert, für größere Produktionsanlagen reicht diese Variante jedoch nicht aus. Trotz der Einfachheit fehlt zudem eine automatische Steuerung zentraler Ressourcen wie Versorgungsmedien oder Entsorgungswege.

Bei der zweiten Variante handelt es sich um ein integriertes Modul mit Grundschritten, die den heutigen Package Units entsprechen. Diese lassen sich mithilfe von standardisierten Schnittstellen, vergleichbar einer heutigen ins übergeordnete System integrierten Package Unit (integrierte Package Unit), an ein übergeordnetes System mit Steuerungsfunktion integrieren.

Am technisch anspruchsvollsten ist die dritte Variante in Form eines modularen Moduls, das aus Sub-Modulen bestehen kann. Diese werden wiederum über übergeordnete Systeme/Module koordiniert.

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