Mikronisierung Mit ölfreier Druckluft kontaminationsfrei und präzise mikronisieren

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Axel Hinze / Wolfgang Ernhofer

Pulver und Substanzgemische zu vermahlen ist kein großes Problem. Meistens müssen bei der Mikronisierung allerdings viele hygienische Vorgaben erfüllt werden – ölfreie Druckluft in Luftstrahlmühlen ist ein gutes Mittel, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

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Um Pulver mit steiler Kornverteilung und scharfer Oberkornbegrenzung im Bereich von < 5 bis 200 µm kontaminationsfrei sowie präzise produzieren zu können, benötigen Hersteller ein sicheres Vermahlungs- und Mikronisierungs-Verfahren.
Um Pulver mit steiler Kornverteilung und scharfer Oberkornbegrenzung im Bereich von < 5 bis 200 µm kontaminationsfrei sowie präzise produzieren zu können, benötigen Hersteller ein sicheres Vermahlungs- und Mikronisierungs-Verfahren.
(Bild: ACU)

Pulver, Feinpulver und Substanzgemische werden bevorzugt als Zusatzstoffe für Lebensmittel sowie Additive in der chemischen Industrie und Pigmente in der Kosmetik eingesetzt. ACU Pharma und Chemie hat sich auf das präzise Mahlen und Mikronisieren dieser Stoffe spezialisiert.

Luftstrahlmühlen, so genannte Fließbettgegenstrahlmahlanlagen, sorgen für eine optimale Mikronisierung. Dabei wird das Mahlgut mithilfe von Druckluft so stark beschleunigt, dass die Teilchen mit hoher Geschwindigkeit aufeinander prallen. Sie zerkleinern sich somit ohne Mahlwerkzeug. Das bietet den Vorteil, dass keine Fremdpartikel in den Prozess eingetragen werden. Zudem lässt sich das gewünschte Korngrößenspektrum sehr genau einstellen.

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Was heißt „ölfreie Druckluft“?
Besser als Klasse 1

Allein die Verunreinigungen durch das Schmieröl betragen je nach Verdichterbauart bei ölgeschmierten Kompressoren bis zu 40 mg/m³; bei älteren Kompressoren können es sogar mehr als 100 mg/m³ sein.

In den sensiblen Einsatzbereichen unterliegt die Druckluft einer besonders intensiven Kontrolle. Schon geringste Kontaminationen, die von diesem Medium auf Produkte übertragen werden, können hohe wirtschaftliche Schäden zur Folge haben. Deshalb wird sowohl für den Gesamtölgehalt als auch für die festen Verunreinigungen eine Qualität gefordert, die besser ist als Klasse 1 nach DIN ISO 8573 – 1: 2001. Das bedeutet einen Restölgehalt von unter 0,01 mg/m³ und eine Teilchendichte von unter 0,1 mg/m³. Dies ist am einfachsten mit ölfrei-arbeitenden Kompressoren erreichbar.

Ein in den Mikronierungsprozess integrierter Sichter begrenzt bei den Fließbettgegenstrahlmahlanlagen die Oberpartikel des mikronisierten Stoffes. Die Mühlen benötigen Druckluft von höchster Qualität, weil diese als Prozessmedium direkt mit dem Mahlgut in Berührung kommt. Fremdpartikel sind ebenso unerwünscht wie Feuchteanteile, die ein Agglomerieren des Pulvers fördern und den Mahlprozess beeinträchtigen würden.

Qualitativ hochwertige Druckluft

Auch andere Anlagen benötigen Druckluft, die ebenso hohen Qualitätsanforderungen genügen muss. Das gilt u.a. für die Spühlluft an Lagerabdichtungen, für die Steuerluft von pneumatischen Ventilen und für Laborgeräte, mit denen beispielsweise die Partikelfeinheiten gemessen werden.

Ursprünglich verwendete ACU drei ölgeschmierte Schraubenkompressoren mit aufwändiger zentraler und dezentraler Aufbereitung einschließlich eines Aktivkohle-Adsorbers zur Abscheidung der Öldampfanteile. Als eine Erweiterung der Druckluftstation anstand, entschlossen sich die Verantwortlichen zu einer grundlegenden Neustrukturierung. Hauptziel war dabei die wirtschaftliche und flexible Erzeugung ölfreier und trockener Druckluft mit hoher Produktionssicherheit.

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