Beleuchtungslösungen im Ex-Bereich

Licht ins Dunkel, auch im Ex-Bereich – Dank LED nicht im Dunkeln tappen

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Und auch der psychologische Faktor sollte nicht unbedacht bleiben: „Wenn ich Punkt-für-Punkt austausche, erhalte ich unter Umständen nicht die gleiche Lichtverteilung. Wenn Sie in einer Altanlage nur einzelne LEDs einsetzen, werden Sie sich sehr unwohl fühlen. Auch sicherheitstechnisch kann dieser jähe Wechsel der Lichtintensität zur Herausforderung werden.“

Zudem lassen sich die vorhandenen Gehäuse für Leuchtstoffröhren nicht einfach für LED-Lampen weiternutzen: Während Leuchtstoffröhren möglichst große Gehäuse mit viel Luft zur thermischen Isolation benötigen, ist es bei LEDs genau umgekehrt. Die Dioden arbeiten umso effektiver, je kühler sie sind – eine dichte Isolationsschicht wäre also kontraproduktiv.

Das ganze Potenzial der Technologie heben

Nur wer es schafft, über den 1:1 Austausch hinaus zu denken, kann das volle Potenzial der neuen Technologie heben, ist sich Kaufmann sicher: LEDs überzeugen nicht nur Betreiber mit niedrigen Stromkosten und langen Standzeiten, sie erleichtern auch Anlagenbauern und Ingenieurbüros die Arbeit.

Die vielseitigen Leuchten decken ein breiteres Anwendungsspektrum als herkömmliche Leuchtmittel ab – dadurch müssen Planer und Ingenieure ein weniger großes Teileportfolio managen. LED-Rohrleuchten sind leichter als Herkömmliche und benötigen dank ihrer hohen Lichtausbeute weniger Anschlüsse und Klemmenkästen – ein Faktor, der sich auch langfristig durch weniger Wartungspunkte bezahlt macht.

Ergänzendes zum Thema
Nachgefragt
Interview mit Dr. Andreas Kaufmann, R. Stahl: So gelingt der Technologiewandel

Dr. Andreas Kaufmann
Dr. Andreas Kaufmann
( Bild: R. Stahl )

PROCESS: Herr Kaufmann, was ist bei der Nachrüstung bestehender Anlagen mit modernen LED-Leuchten zu beachten?

Kaufmann: Bei Nachrüstung von Alt-Anlagen besteht die Herausforderung, dass LEDs eine andere Lichtverteilung haben. Daher versuchen wir als Hersteller die Leuchten so zu designen, dass die Lichtverteilung annähernd gleich der konventionellen Technologie ist. Ansonsten gelten auch hier Arbeitsstellenrichtlinien, die eine gewisse Beleuchtungsstärke und -Gleichmäßigkeit vor-
schreiben. Wenn Sie hier LEDs einsetzen, müssen Sie natürlich das Beleuchtungs-
niveau halten können. Das heißt, sie brauchen die gleiche Lichtstärke – aber eben auch die gleiche Verteilung. Darin besteht die wesentliche Herausforderung.

PROCESS: Was sind die typischen Fallstricke bei der Auswahl von Leuchten im Ex-Bereich?

Kaufmann: Prinzipiell läuft Planung und Auswahl von Leuchten im Ex-Bereich ähnlich ab wie in nicht Ex-geschützten Zonen, nur, dass der Aspekt des Explosionsschutzes hinzu kommt. Die erste Frage muss immer sein, in welcher Ex-Zone gearbeitet wird, welche Betriebsmittel eingesetzt werden und welche Gasgruppen vorliegen. Diese Fragen schränken bereits die Auswahl des Leuchtenportfolios ein. Danach erfolgt die ganz traditionelle Beleuchtungsplanung – diese ist eine umso größere Herausforderung, wenn komplexe Rohrinstallationen in einer Anlage verbaut sind. Hier ist eine große Flexibilität der angepeilten Leuchtmittel erforderlich. So kann man eine gute und durchgängige Lichtplanung erreichen.

PROCESS: Sollte man in einer Anlage auf ein einheitliches, durchgängiges Beleuchtungskonzept oder individuelle Insellösungen setzen?

Kaufmann: In den meisten Fällen findet kein Komplettaustausch statt, da die Investitionskosten zu hoch wären. Viele Firmen beginnen mit der Installation von LED-Technologie in abgeschlossenen Bereichen. Auf diese Weise sammeln unsere Kunden Erfahrungen mit der neuen Technologie und können diese nach und nach auf andere Bereiche ausrollen. Für viele Anlagenbetreiber ist LED-Technologie immer noch eine Neuheit.

PROCESS: Wie können Technologieexperten wie R. Stahl Anlagenbauer und -betreiber bei dem Entwurf eines Beleuchtungskonzepts unterstützen?

Kaufmann: Als Premium-Partner von Dialux, einem internationalen Standard für Lichtberechnungen, können wir auch solche Services anbieten. Wir haben die nötigen Partner und Spezialisten im Haus, die uns und unsere Kunden dabei unterstützen – das ist der beste Weg, eine vernünftige Beleuchtung zu erreichen. Von der Planung bis zur Installation – auch hier steht der Systemgedanke im Vordergrund.

Leuchtenplanung leicht gemacht

Auch dabei kann die Expertise von Firmen wie R. Stahl helfen: Das Waldenburger Unternehmen unterstützt als Partner des internationalen Beleuchtungsstandards Dialux Anwender bei Auswahl und Berechnung von Beleuchtungslösungen im Ex-Bereich.

...oder sogar unter Wasser. LEDs sind nicht nur sicher, sondern - bezogen auf den gesamten Lebenszyklus und die TCOs - sogar günstiger als herkömmliche Leuchten.
...oder sogar unter Wasser. LEDs sind nicht nur sicher, sondern - bezogen auf den gesamten Lebenszyklus und die TCOs - sogar günstiger als herkömmliche Leuchten.
(Bild: R.Stahl)

Und nicht nur das: Mit der Ezylum-Software der Firma können Anwender einfach die Beleuchtung von Innenräumen, Außenanlagen, Wegen und mehr planen. Wem das zu viel wird, dem bieten die Experten von R. Stahl auch eine komplette Planung und Projektierung eines Beleuchtungskonzepts als maßgeschneiderte Projektlösung an.

Und was ist mit dem Kostenargument? Ob sich LEDs rechnen oder nicht erfahren Sie auf Seite 4...

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