VDI-Ingenieursstudie Lebenslanges Lernen – Weiterbildung als Bestandteil des Berufsbildes von Ingenieuren

Autor / Redakteur: VDI Wissensforum* / Marion Henig

Lebenslanges Lernen ist eine der wichtigsten Anforderungen für Ingenieure. Mit einigem Abstand steht dabei die fachliche Weiterbildung im Vordergrund. Darüber hinausgehende Fortbildungsschwerpunkte sind kaum erkennbar. Zwar deutet sich für die Zukunft ein höherer Stellenwert der „Soft Skills“ an, doch lässt sich derzeit nur bei den Großunternehmen eine Reaktion auf die geänderten Anforderungen erkennen. Das eigene Engagement der Ingenieure könnte aus Sicht der Personalentscheider größer sein. Allerdings fehlen offenbar klare Vorgaben und Anreize, sich selbst um die eigene Weiterbildung zu kümmern.

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Timo Taubitz, Geschäftsführer VDI Wissensforum: „Kein Unternehmen kann sich Ingenieure leisten, die technisch nicht auf dem aktuellen Stand oder den Anforderungen ihrer Position nicht gewachsen sind.“
Timo Taubitz, Geschäftsführer VDI Wissensforum: „Kein Unternehmen kann sich Ingenieure leisten, die technisch nicht auf dem aktuellen Stand oder den Anforderungen ihrer Position nicht gewachsen sind.“
( Bild: VCI )

Weiterbildung ist für Ingenieure unerlässlich. Im Vergleich zu vielen anderen Berufsgruppen spielt das lebenslange Lernen im Berufsbild der Ingenieure eine besonders wichtige Rolle. Denn ein Großteil ihres Repertoires an Wissen und Fachkompetenzen verliert schnell an Wert. Forschung und Entwicklung liefern fortlaufend neue Erkenntnisse und Möglichkeiten. Damit ändern sich Verfahren und Prozesse, etablierte Methoden werden überflüssig oder müssen modifiziert werden. Zugleich tauchen neue Herausforderungen auf, für die neue Lösungen gefunden werden müssen. Wer es hier versäumt, auf dem Laufenden zu bleiben, kann durchaus seine Position aufs Spiel setzen. Und ein Unternehmen, das es versäumt, die Kompetenzen seiner Ingenieure auf dem neuesten Stand zu halten, setzt seine Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel. Deshalb erstaunt es nicht, dass der Hauptanteil der angebotenen Weiterbildungsseminare für Ingenieure sich auf Fachthemen bezieht. Rund zwei Drittel der externen und internen Seminare zielen nach Auskunft der befragten Ingenieure auf ihre fachliche Kompetenz.

Weit dahinter rangieren die übrigen Kompetenzbereiche: 14 Prozent der Seminare beziehen sich auf methodische, elf Prozent auf persönliche und neun Prozent auf soziale Kompetenzen. Schaut man in die einzelnen Fachbereiche hinein, ergeben sich nur geringe Abweichungen von diesem Grundmuster. Auffällig ist lediglich, dass Ingenieure aus den Bereichen Material/Logistik/Einkauf, Technischer Vertrieb/Kundendienst sowie Qualitätsmanagement offenbar etwas stärker in methodischen Fähigkeiten geschult werden, sodass der Anteil an Fachseminaren bei ihnen etwas geringer ist.

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