VDI-Ingenieursstudie

Lebenslanges Lernen – Weiterbildung als Bestandteil des Berufsbildes von Ingenieuren

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Der Trend zur Ausweitung der Weiterbildung lässt sich in Ansätzen schon jetzt beobachten, wenn man die Anzahl der Weiterbildungstage aus der Studie 2007 mit der Studie 2005 vergleicht. Nach den Angaben der Personalentscheider wendet ein Ingenieur aktuell acht Tage pro Jahr für den Besuch von externen und internen Seminaren auf, 2005 waren es lediglich sechs Tage. Das bedeutet immerhin eine Steigerung um ein Drittel. Doch möglicherweise trügt der Schein. Was sich tatsächlich erhöht hat, ist die Anzahl interner Weiterbildungstage, nämlich von einem auf drei Tage. Dagegen ist der Aufwand für externe Seminare mit jeweils fünf Tagen in den Jahren 2007 und 2005 genau gleich geblieben. Einiges spricht für die Annahme, dass sich interne Weiterbildungsveranstaltungen vorwiegend auf fachliche Themen beziehen, während methodische, soziale und persönliche Fähigkeiten vor allem in externen Seminaren geschult werden. Wenn dies zutrifft, dann spiegelt die beobachtete Ausweitung der Seminartage vor allem die gestiegenen Fachanforderungen wider, aber keine Differenzierung von Kompetenzprofilen. Um die Prognose der Personalentscheider Wirklichkeit werden zu lassen, gäbe es in den Unternehmen also noch einigen Nachholbedarf bei der Gestaltung der Weiterbildungsmaßnahmen.

Bedarf und Angebot klaffen weit auseinander

Einen deutlichen Nachholbedarf an gezielter Weiterbildung melden auch die befragten Ingenieure an. Es zeigt sich, dass zu den meisten Themen Bedarf und Angebot weit auseinanderklaffen. Besonders gravierend ist diese Differenz bei EDV-/Office-Kenntnissen, Rhetorik/Präsentationssicherheit, Mitarbeiterführung, betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, Kenntnissen bezüglich Rechtsfragen sowie Spezialwissen aus anderen Fachgebieten. Lediglich bei den niedrig priorisierten Anforderungen „Weitere Fremdsprachen“ und Programmierkenntnisse kann das Angebot die Erfordernisse gut abdecken.

Wenn Ingenieure einen Weiterbildungsbedarf bei sich sehen, ihre Firma ihnen aber keine Unterstützung zu dem Thema anbietet, haben sie immer noch die Möglichkeit, sich selbst um entsprechende Maßnahmen zu kümmern. 15 Prozent der befragten Ingenieure haben in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Weiterbildungsveranstaltung besucht, die nicht das Unternehmen bezahlt hat, sondern sie persönlich. Das sind zwar mehr als 2005, als nur elf Prozent der Befragten selbst finanzierte Seminare besucht haben – man kann es dennoch für wenig halten, nimmt man die enorme Bedeutung des lebenslangen Lernens für Ingenieure zum normativen Maßstab.

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