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Ein leicht differenziertes Weiterbildungsprofil findet sich bei Ingenieuren, die eine Führungskarriere verfolgen. Bei ihnen ist der Anteil an fachbezogenen Seminaren mit 57 Prozent etwas geringer und der Anteil der Seminare zu den übrigen Kompetenzfeldern etwas höher als bei den Kollegen und Kolleginnen aus Fach- oder Projektkarrieren. Es lässt sich aber nicht erkennen, dass ein einzelner Kompetenzbereich aus dem Feld der „weichen“ Qualifikationen für Führungskräfte deutlich hervorstechen würde. Die Betrachtung nach Hierarchieebene ergibt dagegen kein klares Bild. Mit geringen Schwankungen erhalten die Ingenieure aller Hierarchieebenen ein relativ ähnliches Weiterbildungsangebot.
Methodische, persönliche und soziale Kompetenzen auf dem Vormarsch
Das Profil des Ingenieurs als Fachspezialist wird durch die Weiterbildungsschwerpunkte in den Unternehmen also weiter ausgeprägt. Schwerpunkt der Weiterbildung ist primär die fachliche Kompetenz, und zwar weitgehend unabhängig von Karriereweg, Hierarchieebene und Fachbereich. Allerdings lässt sich ein langsames Umdenken hin zu einer stärkeren Berücksichtigung der „Soft Skills“ – methodische, persönliche und soziale Kompetenzen– erkennen. Das deutet sich in den Prognosen der Personalentscheider zur Entwicklung der Weiterbildungsschwerpunkte an.
Dazu wurden die Entscheider gefragt, wie sie den Weiterbildungsanteil in den vier Kompetenzbereichen aktuell sowie in drei Jahren einschätzen. Es zeichnet sich ab, dass der Anteil der Fachseminare zurückgehen wird, zugunsten des Anteils von Seminaren zu den übrigen Themen, vor allem zur Methodenkompetenz. Es handelt sich wohlgemerkt um relative Anteile, nicht um die absolute Menge. Es ist kaum anzunehmen, dass die Zahl der Fachseminare rückläufig sein wird – eher wird das Gegenteil der Fall sein, wenn man sich die zunehmende Geschwindigkeit der technischen Entwicklung und die immer größere Tragweite des technischen Fortschritts vor Augen hält. Vermutlich wird also die Weiterbildung insgesamt ausgeweitet, wobei den „Soft Skills“ relativ mehr Platz eingeräumt wird.
Großunternehmen bieten größeres Spektrum an Weiterbildung
Klassifiziert man die Unternehmen nach ihrer Betriebsgröße, zeigen sich heute bereits etwas differenziertere Weiterbildungsschwerpunkte. Das Angebot der großen Unternehmen ist deutlich breiter gefächert als das der kleineren und mittleren Unternehmen. Bei den Großunternehmen beträgt der Anteil der Fachseminare nur 54 Prozent, gegenüber 71 und 77 Prozent bei den mittleren und kleineren Unternehmen. Methodenseminare machen bei den Großunternehmen dafür 22 Prozent aus, bei den mittleren und kleineren dagegen lediglich 13 bzw. zehn Prozent. Seminare zur persönlichen und sozialen Kompetenz nehmen bei den Großunternehmen ebenfalls einen breiteren Raum ein. Absolut gesehen bieten die Großunternehmen sicherlich nicht weniger fachliche Weiterbildung an als die übrigen Unternehmen. Vielmehr kann man annehmen, dass sie das Fortbildungsangebot stärker der beruflichen Realität anpassen, der die Ingenieure in ihren jeweiligen Positionen genügen müssen. Dagegen konzentrieren sich mittlere und kleinere Unternehmen in ihren Weiterbildungsinvestitionen wohl häufiger auf das „Lebensnotwendige“, nämlich die Fachkompetenz.
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