Biomassen-bilanzierte Rohstoffe Kreislaufwirtschaft bei Styrolkunststoffen: Trinseo und BASF kündigen Zusammenarbeit an

Redakteur: Alexander Stark

Die beiden Unternehmen Trinseo und BASF haben angekündigt, das Geschäft mit Styrol auf Basis von recycelten und nachwachsenden Rohstoffen gemeinsam ausbauen zu wollen. Im Fokus der Zusammenarbeit steht dabei die Entwicklung und der Einsatz von Styrol mit verbessertem Umweltprofil.

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Trinseo hat erste Styrol-Mengen zur Herstellung von Styrol-Butadien-Kautschuk und Polystyrol von der BASF bezogen, die sich von erneuerbaren oder recyclierten Rohstoffen ableiten. BASF stellt beide Styrol-Typen auf Basis eines Massenbilanzansatzes am Verbundstandort in Ludwigshafen her.
Trinseo hat erste Styrol-Mengen zur Herstellung von Styrol-Butadien-Kautschuk und Polystyrol von der BASF bezogen, die sich von erneuerbaren oder recyclierten Rohstoffen ableiten. BASF stellt beide Styrol-Typen auf Basis eines Massenbilanzansatzes am Verbundstandort in Ludwigshafen her.
(Bild: BASF)

Ludwigshafen — Die Reduktion der CO2-Emissionen und die Kreislaufwirtschaft hat BASF als strategische Unternehmensziele inzwischen festgelegt. Der Einsatz von zirkulären anstelle von fossilen Rohstoffen soll dabei direkt oder indirekt zu einem geringeren CO2-Fußabdruck der Folgeprodukte beitragen. Dazu gehört beispielsweise Sytrol auf Basis von recycelten und nachwachsenden Rohstoffen.

Trinseo hat vor kurzem erste Lieferungen von Styrol auf Basis von Kreislauf-Rohstoffen der BASF abgenommen. Das Styrol, ein synthetischer Chemiebaustein, wird bei der Fertigung von Lösungs-Styrol-Butadien-Kautschuk (S-SBR) und von Polystyrol (PS)-Produkten zum Einsatz kommen. Während der Kunde S-SBR an namhafte Reifenhersteller liefert, gehen die PS-Produkte des Unternehmens zum Beispiel in Lebensmittelverpackungen und Haushaltsgeräte. Erste Kunden haben das Material bereits verarbeitet.

Der Ludwigshafener Konzern stellt zwei Styrol-Varianten nach einem Massenbilanz-Verfahren her: Styrol auf Basis nachwachsender Rohstoffe und Styrol auf Basis von chemisch recycelten Rohstoffen. Anhand des Massenbilanz-Ansatzes lässt sich die Gesamtmenge des alternativen Rohstoffs verfolgen und den Endprodukten zuordnen. Beide alternativen Rohstoffe können eine entsprechende Menge an klassischen fossilen Rohstoffen am Anfang der Wertschöpfungskette ersetzen, wodurch sich CO2-Emissionen reduzieren lassen.

Bei der Produktion von Styrol nach dem Biomassenbilanz-Verfahren (BMB) ersetzt der Chemiekonzern fossile Rohstoffe wie Naphtha oder Erdgas durch erneuerbare Rohstoffe, die aus organischen Abfällen oder Pflanzenölen gewonnen werden. Für die Herstellung von Ccycled-Produkten verwendet BASF hingegen Pyrolyseöl, das aus Kunststoffabfällen entsteht, die nicht mechanisch recycelt werden. Ausgangsmaterial sind unter anderem gemischter Kunststoffabfall aus dem Haushalt oder Altreifen. Das Pyrolyseöl trägt so zur Kreislauffähigkeit von Kunststoffen bei.

Auf diese Weise können beide Unternehmen Produkte anbieten, die über ein besseres Umweltprofil verfügen, aber dieselben Eigenschaften besitzen wie Produkte aus fossilen Rohstoffen. Die Zuordnung über den Massenbilanzansatz sowie die Produkte selbst werden von einem unabhängigen Prüfer zertifiziert.

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