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Transparenz durch Blockchain-Technologie

Konsortium will Materialkreisläufe für Kunststoffe rückverfolgen

| Redakteur: Alexander Stark

Domo, Covestro und Circularise, wollen im Rahmen einer Partnerschaft die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe mithilfe von Blockchain-Technologie nutzen.

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Das Circularise-Plastics-Konzept nutzt Blockchain, um eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Herkunft von Kunststoffprodukten zu gewährleisten.
Das Circularise-Plastics-Konzept nutzt Blockchain, um eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Herkunft von Kunststoffprodukten zu gewährleisten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Gent/Niederlande – Die von Domo, Covestro und Circularise gebildete Projektgruppe Circularise Plastics zielt darauf ab, einen offenen Standard für Nachhaltigkeit und Transparenz in der Kunststoffindustrie zu etablieren. Auf der Fachmesse K 2019 werden die drei Unternehmen mit Kunden über das Projekt diskutieren und weitere Partner einladen, die sich ihnen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft anschließen. Blockchain könne Transparenz dort schaffen, wo sie am dringendsten benötigt wird - insbesondere wenn es um die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette geht, sagt Domo-CEO Alex Segers. Die Partner sind der Ansicht, dass die Erreichung von Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Kunststoff-Lieferkette durch Blockchains diese authentischer und transparenter macht.

Die drei Hauptziele sind Kreisläufe zu wählen, Kreisläufe aufzubauen und Kreisläufe zu schließen. Die Kompatibilität von Blockchains ist nach Ansicht der Unternehmen ein wichtiges Thema, auch in der Kunststoffbranche, wo die Vorteile dieser neuen Technologie allen Teilen der Lieferkette zugutekommen könnten. Für Materiallieferanten und -verarbeiter sowie Ausrüstungs- und Formenbauer bedeute die Beteiligung an Circularise Plastics eine Steigerung des Materialwerts und des Vertrauens in ihre Fertigung durch Erstellung von Materialpässen für Kunstharze, Additive, Farbstoffe und andere Produkte, so Dr. Burkhard Zimmermann, Leiter Strategie, Nachhaltigkeit und Digital im Segment Polycarbonates bei Covestro. Für OEMs und Markeninhaber wiederum helfe es auf dem Weg zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen und einer gestärkten Markenposition, indem die Herkunft und Transparenz eines Produkts in Bezug auf seine Umweltauswirkungen mit absoluter Sicherheit ermittelt werde. Der Wert der Blockchain bestehe darin, dass sie eine machtvolle zentrale Behörde vermeidet und allen Teilnehmern gleiche Rechte gewähre.

Das Circularise-Plastics-Konzept umfasst einen siebenstufigen Prozess, bei dem der Ausgangswerkstoff über einen Blockchain-Pfad identifiziert werden kann, um eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Herkunft der Produkte zu gewährleisten. Der OEM kann auf wichtige Informationen zugreifen und entsprechende Aussagen treffen, wenn diese letztlich vom ursprünglichen Informationsinhaber – dem Kunststoffhersteller oder Verarbeiter - akzeptiert werden. Das offene Protokoll soll einen Industriestandard (für jede Blockchain) ermöglichen und das Monopol vermeiden. Von der Smart-Questioning-Technologie erhoffen sich die Partner, dass sie die Privatsphäre schützt und für Transparenz sorgt.

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