Digitaler Produktpass ab 2027 Strichcode ade: Fraunhofer-Technologie erfüllt EU-Vorgaben

Quelle: Pressemitteilung Fraunhofer-Institute 2 min Lesedauer

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Ab 2027 müssen Produkte in der EU deutlich mehr Informationen tragen – der klassische Strichcode hat ausgedient. Das Fraunhofer-System SmartID kombiniert QR-Codes mit der einzigartigen Oberflächenstruktur von Verpackungen und schützt so vor Fälschungen.

Digitaler Produktpass und Markenschutz in einem Code vereint: Das Identifikationssystem SmartID integriert die einzigartige Oberflächenstruktur einer Verpackung in einen fälschungssicheren QR-Code. (Bild:  Fraunhofer IAP)
Digitaler Produktpass und Markenschutz in einem Code vereint: Das Identifikationssystem SmartID integriert die einzigartige Oberflächenstruktur einer Verpackung in einen fälschungssicheren QR-Code.
(Bild: Fraunhofer IAP)

Nach fast 50 Jahren geht der klassische Strichcode langsam in Rente. Ab 2027 sollen ihn 2D-Barcodes wie beispielsweise QR-Codes ergänzen. Grund sind neue gesetzliche Anforderungen in der Europäischen Union: Die Produkte und Verpackungen sollen in Zukunft deutlich mehr Informationen tragen als bislang – etwa Produktionsdatum, Materialzusammensetzung, Chargennummer, Herkunft oder Ablaufdatum.

Mit SmartID lassen sich die gesetzlichen Anforderungen sowie der Bedarf an Authentifizierung, Produktschutz und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette wirksam erfüllen. „Unser Identifikationssystem SmartID bindet die einzigartige Oberflächenstruktur einer Verpackung oder eines Produkts in einen QR-Code ein“, erläutert Dr. Tobias Jochum, Projektkoordinator am Zentrum für Angewandte Nanotechnologie CAN des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP. SmartID kann einfach in die App eines Herstellers integriert werden. „Um die Informationen einzusehen, reicht es, mit dem Smartphone den QR-Code zu scannen. Dadurch werden die Produktdaten zusammen mit der Echtheit überprüfbar – alles in einem Schritt“, so Jochum.

SmartID auf der Interpack 2026

Die Fraunhofer-Institute für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, für Sichere Informationstechnologie SIT und für Angewandte Polymerforschung IAP stellen das SmartID-Kamerasystem in eine Produktionslinie integriert auf der Messe Interpack 2026 in Halle 4, C54 am Stand des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA vor.

Funktionsweise: individuelle Oberflächenstruktur als Fingerabdruck

Jede Oberfläche, ob Verpackung oder Produkt, weist einzigartige Strukturen mit Höhen und Tiefen im Submillimeterbereich auf. Diese sind mit dem menschlichen Auge nicht zu erkennen. Ein Kamerasystem gewinnt aus den natürlichen Mikrostrukturen einen individuellen und einzigartigen Fingerabdruck des Produkts oder der Verpackung. Zusammen mit einer Seriennummer und den weiterführenden Informationen aus dem digitalen Produktpass wird dieser Fingerabdruck in einem QR-Code hinterlegt. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT haben dafür eigens eine Software entwickelt, die in bestehende Druckstraßen und ihre Kamerasysteme leicht integriert werden kann. Der QR-Code wird auf die Oberfläche der Ware oder Verpackung gedruckt und dient zukünftig als Baustein, um Produktschutz und digitalen Produktpass zu vereinen.

Hersteller speichern die Seriennummer und den individuellen Fingerabdruck der Verpackung oder des Produkts in einer Datenbank. Bei Bedarf – etwa beim Kauf oder in Retourenprozessen – können Mitarbeitende den QR-Code und die Oberflächenmerkmale mithilfe der App auslesen. Die App vergleicht den Fingerabdruck und die Informationen aus dem Code mit den hinterlegten Referenzdaten und zeigt sofort, ob es sich um ein Original oder eine Fälschung handelt. Nicht nur Hersteller und Handel, sondern auch Endkundinnen und Endkunden können beim Kauf den Code scannen, um die Echtheit zu prüfen und weiterführende Informationen zu dem Produkt zu erhalten.

Praxiseinsatz: gebrauchsfertige Lösung für Druckstraßen

„SmartID vereint rechtliche Anforderungen, Produktidentifikation und Transparenz in einer Technologie. Nach fünf Jahren Entwicklung und Optimierung stellen wir nun ein gebrauchsfertiges System vor, das einfach in jede Druckstraße der Welt integriert werden kann“, fasst Jochum zusammen. Erste Lizenznehmer sind bereits gefunden. Ein Partner ist die evia Gruppe. Sie möchte die Technologie in der Modebranche einsetzen. Textilien gehören zu den Produktgruppen, für die der digitale Produktpass ab 2027 verpflichtend ist.

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