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Mobile Instandhaltung Instandhaltung 4.0 – Kommt die Mobilmachung für die Maintenance?

| Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

Vom Maschinenschlosser zum IT-Spezialisten?–Der Wartungsfachmann der Zukunft soll mit Daten und Smartphones ebenso sicher umgehen wie mit Schraubenschlüssel und Schweißbrenner. Doch wie kann aus der Vision von Instandhaltung 4.0 ein tragfähiges Konzept werden? PROCESS hat für Sie recherchiert.

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Die Industriedienstleister Bilfinger machen ihr Instandhaltungsportfolio transparent: Mit dem Projekt iMaintenance sollen Instandhalter jederzeit auf Meldungen und Aufträge aus SAP zurückgreifen können und die entsprechenden Rückmeldungen ins System einspeisen.
Die Industriedienstleister Bilfinger machen ihr Instandhaltungsportfolio transparent: Mit dem Projekt iMaintenance sollen Instandhalter jederzeit auf Meldungen und Aufträge aus SAP zurückgreifen können und die entsprechenden Rückmeldungen ins System einspeisen.
(Bild: Bilfinger/Nadine Rupp)

Ist das noch Instandhaltung? Auf der Fachmesse Maintain, der Muskelschau der Wartungsspezialisten und Industriedienstleister, konnte man sich vorkommen wie im Apple Store. Hier wurde ein ex-geschütztes Smartphone präsentiert, dort ein Tablet für die Anlageninstandhaltung – natürlich mit trendigen Schlagworten wie iMaintain oder Instandhaltung 4.0.

Dienstleister wie Bilfinger präsentieren mobile Informationssysteme und cloudbasiertes Datenmanagement. Das Internet der Dinge scheint auch bei den Instandhaltern angekommen zu sein. Schon klicken wie selbstverständlich die Handykameras, um die Bilder Kollegen und Geschäftspartnern in Echtzeit zukommen zu lassen...

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Maintain 2014 – Top-Trends von der Leitmesse der Instandhalter
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Mobile Endgeräte treiben die digitale Revolution

Keine Frage: Mobile Endgeräte haben den Alltag erobert. Tablets und Smartphones sind allgegenwärtig. Und auch die ersten Augmented Reality Lösungen wie Googles Datenbrille Google Glass machen sich auf, die Welt gehörig umzukrempeln. Nur in der Prozessindustrie kommen die mobilen Anwendungen nicht recht in Fahrt – dabei ist ihr Potential gewaltig. Besonders für die Instandhaltung sehen Fachleute in Techniken wie E-Maintenance, RFID und CMT oder der Verschmelzung von VR und physikalischer Umwelt die Zukunft.

„Zukünftig werden praktisch alle Informationen über Produkte, Kunden und eigene Ressourcen, wie Mitarbeiter-Kapazitäten, in digitaler Form vorliegen“, erklärt Bernd Bienzeisler, Leiter eines Competence Centers des Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. „Nur wer in der Lage ist, diese Vielzahl von Informationen in sinnvoller Weise zusammenzuführen, wird daraus Kapital für höherwertige Service-Produkte ziehen können.”

Instandhaltung 4.0 – Bleibt alles anders?

Für die Instandhaltungsspezialisten steht fest, dass der Siegeszug mobiler Lösungen auf Dauer nicht aufzuhalten ist. Dabei ist die Idee nicht neu: Alle Jahre wieder werden zu Messen und Präsentationen aufgehübschte Visualisierungen präsentiert und der Nutzen für das Anlagenpersonal beschworen. Und dann bleibt doch alles beim Alten: Eine Studie der österreichischen Initiative Salzburg Research kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich 5 bis 25 Prozent der befragten Unternehmen erste Schritte in Richtung Industrie 4.0 in Wartung und Instandhaltung gegangen sind.

Wenn entsprechende Projekte auf den Weg gebracht wurden, lasse häufig die Monetarisierung zu wünschen übrig, so die Studienmacher. Kaum zu erwarten, dass die Ergebnisse in Deutschland wesentlich anders ausfallen würden.

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